Vorbeugen statt Hinterherlaufen: Initiative wappnet junge Wähler vor Desinformation

Vor den Kommunal- und Landtagswahlen 2026 in Bayern und Rheinland-Pfalz starten dpa, Medienebene e.V. und die Günter-Holland-Journalistenschule (GHJS) eine Prebunking-Initiative gegen Desinformation. Ziel: Junge Menschen frühzeitig für typische Manipulationsmuster sensibilisieren, bevor Falschinformationen auf Social Media wirken.

Logo Initiative Prebunking Elections
Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kern des Projekts sind Kurzvideos, die Desinformationsnarrative erklären. Grundlage bilden Recherchen und Monitoring-Ergebnisse des dpa-Faktencheck-Teams. Ergänzend veröffentlicht dpa ein Whitepaper, das Wahlkampf-Narrative systematisiert und Medienhäusern als Vorlage für eigene Prebunking-Formate dient.

Prävention und Resilienz gegen Desinformation stärken

„Es ist ein Perspektivwechsel im Umgang mit Desinformation: Weg von der reinen Reaktion auf Falschbehauptungen, hin zu präventiver Stärkung gesellschaftlicher Resilienz“, sagt Jacqueline Rother, Projektleiterin im dpa-Faktencheck-Team. Ziel ist es, das Modell auf weitere Bundesländer und Wahlkontexte zu übertragen.

Die Kampagne umfasst Workshops in Mainz und Augsburg, in denen Journalistinnen und Journalisten mit Jugendlichen über Desinformation, Narrative und journalistische Arbeitsweisen diskutieren. Der European Media and Information Fund fördert das Projekt.

Relevanz für Chefredaktionen:

Das Projekt liefert konkrete Werkzeuge für präventive Medienbildung und zeigt, wie Redaktionen Desinformation frühzeitig begegnen können. Whitepaper und Videoformate dienen als Blaupause für lokale und regionale Angebote, besonders im Hinblick auf die anstehenden Wahlkämpfe. Prebunking wird damit zu einem strategischen Baustein redaktioneller Glaubwürdigkeit.