Verlagsgruppe klagt gegen OpenAI
Der Verlag hinter der Kinderbuchreihe «Der kleine Drache Kokosnuss» hat beim Landgericht München Klage gegen OpenAI eingereicht. Der ChatGPT-Entwickler soll Urheberrechte am Werk des Autors und Illustrators Ingo Siegner verletzt haben. Nach Angaben der Verlagsgruppe Penguin Random House gebe der Chatbot Inhalte aus den geschützten Werken in erkennbarer Form wieder.
Vorwürfe zu Texten und Illustrationen
Der Verlag führt aus, ChatGPT reproduziere auf einfache Anfragen hin Texte sowie Illustrationen der Figur, die dem Original stark ähnelten. Zudem mache das System eigenständig Vorschläge zur Erstellung eines druckfertigen Manuskripts, einschließlich Cover, Klappentexten und Hinweisen für Selfpublishing-Plattformen. Darin sieht der Verlag Hinweise darauf, dass die Werke unrechtmäßig zum Training des KI-Systems genutzt worden seien und als sogenannte «Memorisierung» im Modell vorlägen. Die Klage wurde demnach am 27. März 2026 eingereicht, nachdem OpenAI auf eine Aufforderung zur Unterlassung und Auskunft nicht reagiert habe.
OpenAI teilte mit, man prüfe die Vorwürfe. Das Unternehmen respektiere die Rechte von Autoren und befinde sich im Austausch mit Verlagen weltweit, damit diese von KI-Technologie profitieren könnten.
Forderungen nach rechtlicher Klärung
Unterstützung erhält die Klage vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Hauptgeschäftsführer Peter Kraus vom Cleff erklärte, der Konflikt um Urheberrechte im KI-Zeitalter sei kein Randthema mehr. Es fehle an Transparenz darüber, mit welchen Daten KI-Systeme trainiert würden. Gerichte müssten klären, wo unzulässige Übernahmen beginnen. «KI darf nicht auf Kosten derer wachsen, die Inhalte schaffen», sagte Kraus vom Cleff.
Nach Angaben der dpa ist die Klage Teil einer Reihe ähnlicher Verfahren. Bereits zuvor hatten Verlage, Studios und Autoren gegen KI-Unternehmen geklagt. In Deutschland setzte sich zudem die Verwertungsgesellschaft Gema in einem Streit um die Nutzung von Songtexten gegen OpenAI durch.
Quelle: dpa