Studie: Mehrheit der Journalisten von Anfeindungen betroffen
Eine Mehrheit der Journalistinnen und Journalisten in Deutschland ist in den vergangenen zwölf Monaten persönlich angefeindet worden. Das zeigt eine Studie des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) und der Universität Bielefeld. Demnach berichten 65,4 Prozent der Befragten von entsprechenden Erfahrungen, 53,4 Prozent wurden mehrfach angefeindet.
Für die Untersuchung wurden 383 Medienschaffende zwischen November 2025 und Februar 2026 online befragt. Anfeindungen erfolgen am häufigsten über digitale Kanäle, treten aber auch im direkten Kontakt auf. Sie richten sich nach Einschätzung der Befragten vor allem allgemein gegen die Medien, aber auch gegen Inhalte sowie gegen Personen oder Gruppen, über die berichtet wird.
Politische Einordnung und Folgen
73,3 Prozent der Betroffenen ordnen Anfeindungen ideologisch ein. 78,6 Prozent sehen häufig oder sehr häufig einen politisch rechten Hintergrund, 10,6 Prozent einen linken und 7,7 Prozent eine religiöse Motivation. Ein Drittel der Befragten berichtet von persönlicher Belastung. 20,5 Prozent geben an, ihre Haltung zum Publikum habe sich verschlechtert, 15,4 Prozent hätten Themen aus Sorge vor Anfeindungen nicht weiterverfolgt.
In der Gesamtbetrachtung verweist die Studie auf ein Zusammenspiel von Anfeindungen, ökonomischem Druck und strukturellen Veränderungen.
Zur Studie: https://www.ecpmf.eu/wp-content/uploads/2026/03/Strapazierter-Journalismus-2026.pdf