Rheinische Post startet KI-Audioformat mit dpa

Die Rheinische Post (RP) testet ab dieser Woche die „Stimme des Westens zum Hören", ein rund fünfminütiges Audio-News-Update. Das Format fasst jeden Abend die wichtigsten Nachrichten der RP zusammen und wird mittels Künstlicher Intelligenz vertont. Für das Projekt kooperiert die RP mit dem dpa-Audiodienst, dem Audio-Angebot der Deutschen Presse-Agentur. Der Test ist zunächst auf vier Wochen angelegt und wird durch eine Nutzerumfrage auf rp-online.de begleitet.

Portrait Henning Bulka
Andreas Krebs/Rheinische Post Henning Bulka, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post

Produktion und Ablauf

Grundlage des Formats ist der Newsletter „Stimme des Westens: Der Abend", der täglich um 17.30 Uhr vom RP-Digitaldesk zusammengestellt wird. Eine KI wandelt die Inhalte in ein Audio-Skript um. Liegt zu einem von der RP gesetzten Thema ein passender O-Ton der dpa vor, wird dieser integriert. Anschließend wird das Skript per KI-Stimme vertont. Nach redaktioneller Abnahme erscheint die Folge auf Website und App der RP sowie über WhatsApp. Laut Henning Bulka, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post, basiere jede Folge auf durch Journalistinnen und Journalisten recherchierten Inhalten und werde vorab geprüft. KI verschlanke die Produktionsprozesse, die redaktionelle Arbeit bleibe aber der Kern.

Astrid Maier, stellvertretende Chefredakteurin und Chefin Strategie der dpa, bezeichnet die dpa als Transformationspartnerin der RP. Das Format zeige, wie KI und Qualitätsstandards zusammengehen könnten. Der dpa-Audiodienst liefert nach eigenen Angaben täglich 40 bis 80 aktuelle Inhalte für Radiosender und Digitalangebote, darunter sendefertige Nachrichtenstücke, Gespräche, Interviews und O-Töne. Ziel des Tests ist es laut RP, zu verstehen, wie Nutzerinnen und Nutzer auf ein KI-unterstütztes Audioprodukt reagieren und welche Anpassungen sie sich wünschen.