Reuters Institute zum Nachrichtenkonsum junger Menschen
Das Reuters Institute beschreibt 18- bis 24-Jährige in einem am 24. März 2026 veröffentlichten Bericht als “social-first” beim Nachrichtenkonsum. Während 2015 noch Websites und Apps von Verlagen die wichtigste Nachrichtenquelle dieser Altersgruppe waren, ist es heute Social Media. Der Bericht bündelt Befunde aus zwölf Jahren Reuters-Institute-Forschung und zeichnet nach, wie sich Zugänge, Erwartungen und Nutzungsgewohnheiten junger Menschen verändert haben.
Soziale Medien vor Verlagsangeboten
Danach nennen 39 Prozent der 18- bis 24-Jährigen soziale Medien als wichtigste Nachrichtenquelle. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert bei 21 Prozent. Der Anteil derjenigen, die vor allem Websites und Apps von Nachrichtenanbietern nutzen, sank im selben Zeitraum von 36 auf 24 Prozent. Zugleich greifen junge Menschen seltener direkt auf Nachrichtenangebote zu und stoßen häufiger beiläufig auf Nachrichteninhalte. Das Reuters Institute verweist außerdem auf eine geringere tägliche Nachrichtennutzung in dieser Altersgruppe. Rund 64 Prozent der 18- bis 24-Jährigen konsumieren laut Untersuchung täglich Nachrichten, bei den über 55-Jährigen sind es 87 Prozent.
Mehr Gewicht für Video, Creators und KI
Der Bericht beschreibt zugleich eine Verschiebung bei Formaten und Plattformen. Junge Menschen nutzten für Nachrichten heute vor allem TikTok, Instagram und YouTube. Auf sozialen und videobasierten Plattformen richten 51 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ihre Aufmerksamkeit nach eigenen Angaben eher auf einzelne News Creators als auf traditionelle Nachrichtenmarken, auf die 39 Prozent entfallen. Außerdem bevorzugen jüngere Nutzerinnen und Nutzer häufiger Audio- und Videoformate, auch wenn Lesen in den meisten Märkten weiter vorne liegt.
Beim Interesse an Nachrichten und beim Vertrauen liegen die 18- bis 24-Jährigen zwar unter den älteren Gruppen, die Unterschiede fallen laut Bericht aber geringer aus, als oft angenommen wird. 35 Prozent dieser Altersgruppe geben an, sehr oder äußerst an Nachrichten interessiert zu sein. Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) zeigt sich hingegen eine höhere Offenheit. Rund 15 Prozent der 18- bis 24-Jährigen nutzen laut Reuters Institute wöchentlich KI, um auf Nachrichten zuzugreifen. KI werde dabei auch eingesetzt, um komplexe Nachrichten leichter zu verstehen oder Quellen einzuordnen.