Presserat spricht weitere Rüge aus

Bei einer Nachholsitzung Ende März hat der Deutsche Presserat weitere acht Beschwerden behandelt. Eine Rüge ging an bild.de. Die Begründung: „In der Überschrift werden aus Verdächtigen Täter“. Kritisiert wurde ein Artikel unter der Überschrift „Mehr als 100.000 Gewalttaten durch Afghanen“.

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Presserat

Wie das Selbstkontrollorgan der deutschen Presse mitteilt, hatte sich der monierte Beitrag mit vom Bundesinnenministerium vorgelegten Zahlen zu Gewalttaten von Afghanen in Deutschland beschäftigt. Der Presserat sah in der Headline des Beitrages eine falsche Darstellung und eine schwerwiegende Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex, da aus dem Text des Artikels hervorgeht, dass es sich bei der genannten Zahl nicht um bewiesene Taten, sondern lediglich um Verdachtsfälle handelt. 

Anlässlich der Nachholsitzung sprach der Presserat eine Rüge und eine Missbilligung aus. Sechs der insgesamt acht behandelten Beschwerden wurden als unbegründet erachtet. Zuvor hatte das Selbstkontrollorgan anlässlich der regulären Sitzungen im März 136 Beschwerden beraten und 19 Rügen ausgesprochen.