IW-Studie zu Social Media

Eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sieht einen Zusammenhang zwischen intensiver Nutzung sozialer Medien, rückläufigen Schülerleistungen und zunehmenden psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

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Zusammenhang mit Bildungserfolg

Die Analyse auf Basis von PISA-Daten zeigt laut IW: Mit steigender Social-Media-Nutzung sinken die Kompetenzwerte. Eine Erhöhung der Nutzung um eine Indexeinheit gehe im Schnitt mit einem Rückgang von 21,6 Punkten im Lesen und 19,5 Punkten in Mathematik einher. Parallel dazu seien die Schülerkompetenzen in Deutschland seit 2015 kontinuierlich gesunken. Befragungen anderer Studien stützen diese Befunde. So geben laut Vodafone-Stiftung 65 Prozent der 14- bis 20-Jährigen an, durch soziale Medien vom Lernen abgelenkt zu werden. 45 Prozent berichten über Konzentrationsprobleme durch häufiges Überprüfen ihrer Accounts.

Besonders betroffen sind laut Studie Kinder aus bildungsfernen Haushalten, die im Schnitt mehr Zeit mit digitalen Medien verbringen und zugleich geringere Ressourcen haben.

Psychische Belastungen und Nutzung

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen habe sich seit der Corona-Pandemie nicht vollständig erholt. Angstsymptome, Einsamkeit und Sorgen etwa wegen Kriegen oder Terrorismus prägen laut Studie den Alltag vieler junger Menschen. Psychotherapeuten stuften übermäßigen Medienkonsum als zentralen Belastungsfaktor ein. Studien zeigten einen Zusammenhang mit Depressionen, Angstzuständen und Stress. Zugleich lasse sich beobachten, dass eine Reduktion der Nutzung mit höherer Lebenszufriedenheit und weniger depressiven Symptomen einhergehe.

Empfehlungen der Studie

Das Gutachten empfiehlt einen regulatorischen und einen pädagogischen Ansatz. Genannt werden die konsequente Umsetzung von Altersbeschränkungen und ein stärkerer Schutz vor suchtfördernden Mechanismen, etwa im Rahmen des Digital Services Act der EU. Zudem solle Medienkompetenz systematisch in Schulen vermittelt, Lehrkräfte fortgebildet und Eltern besser über Risiken und Kontrollmöglichkeiten informiert werden.

Zur Studie: https://files.insm.de/uploads/2026/04/Fruehjahrsgutachen-Bilmo-2026_04_13.pdf