Grossisten klagen gegen Vertriebsreform

Mehrere Presse-Grossisten haben beim Oberlandesgericht Düsseldorf Einspruch gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, die Pläne der Verlagsallianz “Fit For Future” zu dulden. Unternehmen des sogenannten Siegburger Kreises wollen den Verlagen die Umsetzung der Reform gerichtlich untersagen lassen.

Zeitungsstapel
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Konflikt um neue Vertriebsstruktur

Die Verlagsallianz „Fit For Future“ plant eine zentrale Grosso-Gesellschaft. Diese soll mit vier bestehenden Grosso-Unternehmen den Pressevertrieb neu organisieren und die bisher regional tätigen Grossisten ersetzen. Die neue Struktur soll ab 2027 in Kraft treten.

Das Bundeskartellamt hatte Mitte Februar erklärt, es dulde das Vorhaben. Laut Gesamtverband Pressegroßhandel sollen mehrere Grossisten künftig nur noch als Logistikdienstleister mit der neuen Gesellschaft kooperieren. Die Grossisten sehen darin eine grundlegende Veränderung des bisherigen Systems. Ihr Verband berichtet, dass die beteiligten Verlage bereits Verträge mit einigen Unternehmen gekündigt haben. Der Siegburger Kreis stützt seine Klage auf Paragraf 30 Absatz 2a des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, der den flächendeckenden und diskriminierungsfreien Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sichern soll. Auch der Verband Mittelständischer Verleger (VMV) fordert Verhandlungen zwischen Verlagen und allen betroffenen Grosso-Unternehmen.