Deloitte Studie zu Mediennutzung 2026

Die Mediennutzung in Deutschland entwickelt sich laut Deloitte 2026 weiter auseinander. Soziale Netzwerke bleiben mit 78 Prozent die reichweitenstärkste Medienform, besonders bei den unter-25-Jährigen mit 91 Prozent. Gleichzeitig nimmt die Unsicherheit über KI-generierte Inhalte zu: Zwei von drei Befragten empfinden es als problematisch, solche Inhalte im Netz nicht zuverlässig erkennen zu können. 56 Prozent geben an, in sozialen Netzwerken häufiger Inhalte ohne Mehrwert zu sehen, die offensichtlich KI-generiert sind. Erste Personen ab Mitte 50 fahren ihren Social-Media-Konsum laut Studie bereits zurück.

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Shutterstock/Tirachard Kumtanom

KI-Nutzung nimmt zu 

Bei der Erstellung eigener Inhalte stoßen KI-Anwendungen auf großes Interesse. 22 Prozent der Befragten haben bereits mit Künstlicher Intelligenz (KI) Bilder erstellt, elf Prozent Videos und neun Prozent Musik. Weitere Teile der Befragten können sich vorstellen, künftig Bilder, Videos oder Musik mit KI zu erzeugen. Besonders genutzt werden KI-Anwendungen derzeit für die Informationssuche mit 35 Prozent und zur Information über die Nachrichtenlage mit 29 Prozent. Jeder Fünfte wäre nach den Angaben von Deloitte bereit, monatlich mehr als zehn Euro für Abonnements von KI-Anwendungen auszugeben, weitere 17 Prozent bis zu zehn Euro. 

Deloitte stützt die Ergebnisse auf eine repräsentative Online-Erhebung unter 2.000 Personen im Januar 2026. Medienexpertin Sophie Pastowski verweist auf die Aufgeschlossenheit vieler Nutzerinnen und Nutzer gegenüber KI-Anwendungen und zugleich auf die wachsende Verunsicherung durch KI-Inhalte im Netz. Sie fordert transparente Kennzeichnung, um Vertrauen im digitalen Raum zu stärken. 

Streaming wächst, Abos stagnieren 

Im Videomarkt verbringen die Menschen laut Studie mehr Zeit mit Streaming. Ein Drittel nutzt zahlungspflichtige Video-on-Demand-Dienste häufiger als vor zwölf Monaten, neun Prozent seltener. Die Zahl der Abonnements bleibt jedoch stabil: 64 Prozent der Haushalte haben wie im Vorjahr mindestens einen Anbieter abonniert, im Schnitt sind es 2,5 Abonnements pro Haushalt. 43 Prozent können sich vorstellen, verschiedene Dienste über eine gemeinsame Plattform zu bündeln, 60 Prozent erwarten dafür einen Preisvorteil. 

Radio bleibt bei Information vorn 

Im Audiomarkt bleibt Radio mit 65 Prozent wöchentlicher Hörer der reichweitenstärkste Kanal, verliert aber bei den unter-25-Jährigen an Bedeutung. Musik-Streaming und Podcasts legen weiter zu. 22 Prozent hören bereits häufiger Podcasts als Radio, bei den 25- bis 34-Jährigen überwiegt die Podcast-Nutzung schon. Als Informationsquelle wird Radio jedoch weiter klar vor Podcasts gesehen: 54 Prozent halten es für informativer, 19 Prozent sagen dies über Podcasts.