Corint Media fordert Rechte-Durchsetzung
Die Verwertungsgesellschaft Corint Media hat anlässlich der Jahresversammlung 2026 in Berlin ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert und den Blick auf die wirtschaftliche Lage privater Medienunternehmen gerichtet. Im Mittelpunkt standen der Bericht zum Geschäftsjahr 2025, die Refinanzierung professioneller Medieninhalte von TV, Radio und Presseverlagen sowie die Durchsetzung gesetzlich verankerter Rechte gegenüber Plattformunternehmen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärte in seiner Keynote-Ansprache, die wirksame Durchsetzung der Rechte von Verlagen und Sendern gegenüber Plattformunternehmen bleibe unverzichtbar. Eine Digitalabgabe oder Digitalsteuer könne dies nicht ersetzen.
Druck auf Verlage und Sender
Die Rednerinnen und Redner der Jahresversammlung beschrieben einen wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Verlage und Sender im digitalen Umfeld. Plattformen, Suchmaschinen und KI-Anbieter nutzten journalistische Inhalte in zunehmendem Umfang, während die wirtschaftliche Basis der Inhalteanbieter erodiere. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Michael Müller machte deutlich: „Mehr als jeder zweite Werbe-Euro in Deutschland fließt mittlerweile an Google, Meta und Amazon. Diese Entwicklung gefährdet die wirtschaftliche Grundlage der deutschen Verlage und Sendeunternehmen.“ Corint Media forderte deshalb faire Marktbedingungen, kollektive Rechtewahrnehmung und die konsequente Durchsetzung bestehender Ansprüche.
Jubiläum und Wahlen
Corint Media wurde 2001 gegründet und bündelt Urheber- und Leistungsschutzrechte privater Medienunternehmen. Die Verwertungsgesellschaft vertritt heute 23 Gesellschafter und 575 Rechteinhaber gegenüber Nutzern, Plattformen und anderen Marktakteuren. Im Jahr 2025 überschritt sie nach eigenen Angaben einen Gesamtumsatz von mehr als einer Milliarde Euro seit ihrer Gründung.
Bei den Wahlen wurde Dr. Nina Gerhardt, CEO der RTL Radio Deutschland GmbH, neu in den Aufsichtsrat gewählt. Sie folgt auf Dirk van Loh (ehem. Regiocast), der zum Jahresende 2025 aus persönlichen Gründen ausgeschieden war.