B.Z. wird zum Experimentierfeld für jungen digitalen Boulevardjournalismus

Die Berliner Boulevardzeitung B.Z. stellt ihre Redaktion grundlegend neu auf. Ab September 2026 übernimmt die Axel Springer Academy of Journalism and Technology die Leitung und Produktion der Marke. Ziel ist ein deutlich jüngerer, digital geprägter Lokaljournalismus mit experimentellem Charakter.

Logos B.Z. und Axel Springer Academy
Axel Springer SE

Academy übernimmt Redaktion

Verantwortlich wird Academy-Leiterin Miriam Krekel, die bereits von 2017 bis 2022 Chefredakteurin der B.Z. war. Künftig soll ein Kernteam erfahrener Redakteure gemeinsam mit wechselnden Journalistenschülerinnen und -schülern die Inhalte entwickeln. Die technische und kaufmännische Verantwortung bleibt bei der BILD-Gruppe.

Die Neuaufstellung versteht Axel Springer als strategische Antwort auf den tiefgreifenden Wandel des Berliner Medienmarkts. Die B.Z. soll stärker digitale Zielgruppen ansprechen, neue journalistische Formate erproben und zugleich wirtschaftlich tragfähige Modelle für lokalen Boulevardjournalismus entwickeln.

Miriam Krekel beschreibt die Rolle der Marke so: „Die B.Z. wird die jüngste Medienmarke Deutschlands werden – und das im 150. Jahr ihres Bestehens.“

KI, Datenjournalismus und Hyperlokales

Geplant sind unter anderem datenjournalistische und investigative Projekte sowie KI-gestützte Angebote für hyperlokalen Journalismus und Serviceformate für Berlinerinnen und Berliner. Krekel sieht insbesondere in der Verbindung von Journalismus und Technologie großes Potenzial.

Die B.Z. verweist dabei auch auf ihre eigene Innovationsgeschichte: vom frühen Straßenverkauf zu Beginn des 20. Jahrhunderts über den frühen Einstieg ins Internet 1997 bis zur Einführung des Live-Tickers 2013.

Mit der neuen Struktur wird die Axel Springer Academy zugleich stärker als journalistisches Innovationslabor positioniert. Die Akademie feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen.