Bayerische Zeitungsverleger fordern faire Regeln für Presse

Bei ihrer Jahrestagung in Straubing haben die bayerischen Zeitungsverleger die Bedeutung freier Medien für die Demokratie betont und zugleich politische Unterstützung gegenüber globalen Plattformkonzernen eingefordert. Gastgeber der Veranstaltung war die Mediengruppe Attenkofer.

Andreas Scherer am Rednerpult bei der Jahrestagung des VBZV 2026
Ulli Scharrer Andreas Scherer

VBZV-Vorsitzender Andreas Scherer bezeichnete eine funktionierende Presse als „Über-Lebensmittel für die Demokratie“. Gerade angesichts von KI, Plattformdominanz und Desinformation brauche es faire Wettbewerbsbedingungen für unabhängigen Journalismus. Kritik übte Scherer an der Haltung der bayerischen Staatsregierung zur geplanten Digitalabgabe für große Plattformen wie Google, Meta und Amazon. Bayern solle seinen Widerstand gegen eine solche Abgabe aufgeben und die Einnahmen gezielt zur Stärkung des Medienstandorts einsetzen.

Zugleich warnte Scherer vor einer unkontrollierten Nutzung journalistischer Inhalte durch KI-Anbieter und Plattformen. „Es kann nicht sein, dass große Plattformen unsere Inhalte ungefragt nutzen“, sagte er mit Blick auf KI-Bots und automatisierte Inhaltsverwertung. Unterstützung forderte er für den jüngsten Initiativbericht des Europäischen Parlaments zum Urheberrecht und generativer KI.

Bayerns Medienminister Florian Herrmann unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung starker Medien für Demokratie und Meinungsbildung. Gerade in Zeiten von KI und Fake News brauche es „Leitplanken, um faire Bedingungen und Transparenz zu sichern“. Die Staatsregierung setze sich unter anderem für mehr Sichtbarkeit redaktioneller Angebote auf Plattformen sowie für eine Regulierung von Gatekeepern ein.

Positiv bewertete Scherer den geplanten Austausch zwischen Bayerischem Rundfunk und Verlagen im Zuge der Reform des Bayerischen Rundfunkgesetzes. Zugleich zeigte er sich offen für Kooperationen mit dem BR, etwa bei KI-Projekten oder Content-Sharing-Modellen.

Die Mitgliederversammlung des Verbands tagte erstmals in der neuen Attenkofer Akademie in Straubing, einer multimedialen Bildungseinrichtung zur Förderung von Medienkompetenz. Der Gastgeber der Jahrestagung und des Festabends, Martin Balle, Verleger der Mediengruppe Attenkofer, begrüßte das positive Signal, das von dem großen Teilnehmerkreis aus allen führenden bayerischen Verlagshäusern und Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft ausgehe: “Wr haben Gegenwart und vor allem wir haben auch Zukunft!”.