Mediensonntag 2025: Kardinal Marx betont Verantwortung der Medien

Zum 59. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel („Mediensonntag“) fordert Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, verantwortungsvolle Medienkommunikation. In einer zunehmend polarisierten Öffentlichkeit brauche es „Medien, die Brücken bauen und nicht Gräben vertiefen.“

Porträtfoto von Kardinal Reinhard Marx vor einem Bücherregal
Erzbischöfliches Ordinariat München (EOM) / Lennart Preiss Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz

Marx griff die Botschaft des verstorbenen Papstes Franziskus auf, der vor Desinformation, Polarisierung und der „planmäßigen Zerstreuung der Aufmerksamkeit“ durch digitale Systeme gewarnt hatte. Auch Papst Leo XIV. forderte jüngst ein Ende des „Kriegs der Worte und Bilder“ und plädierte für eine Kommunikation, die Wahrheitssuche und Respekt verbindet.

Medien beeinflussen das gesellschaftliche Zusammenleben, betonte Marx. Sie dürften sich nicht den Logiken von Algorithmen und Profitmaximierung unterwerfen. „Wenn ein Algorithmus entscheidet, wen welche Nachrichten erreichen, dann besteht keine freie Öffentlichkeit, sondern eine gefilterte Realität“, sagte er. Demokratie brauche dagegen einen gemeinsamen Raum der Tatsachen.

Machtkonzentration begrenzen

Marx warnte auch vor der Konzentration von Daten, Technologien und Kommunikationskanälen in den Händen weniger globaler Konzerne. Wer den Zugang zu Informationen steuert, bestimmt die Bedingungen der Meinungsbildung.

„Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir diese Machtkonzentration begrenzen und sicherstellen, dass Kommunikation dem Gemeinwohl dient. Demokratie lebt davon, dass Menschen sich auf derselben Grundlage von Tatsachen begegnen können und Differenzen in einem unverzerrten öffentlichen Raum verhandelt werden“, mahnte der Kardinal. 

Die Kirche werde Medienarbeit weiterhin unterstützen – durch Ausbildung, Begleitung und das klare Bekenntnis zu Journalismus, „der wahrhaftig, gerecht und friedensstiftend“ ist. Der Mediensonntag solle daher „als Weckruf“ verstanden werden.