Stabile Bilanz nach „Seitenwende“ der taz
Vier Monate nach der Umstellung auf digitale Angebote unter der Woche verzeichnet die Tageszeitung taz geringere Verluste als verlagsintern erwartet. Seit dem 17. Oktober erscheint die Zeitung montags bis freitags als E-Paper sowie online und in der App. Die gedruckte Wochentaz am Samstag bleibt bestehen. Laut IVW-Zahlen sank die tägliche Auflage um acht Prozent.
Im letzten Quartal 2025 verkaufte die taz unter der Woche rund 33.000 Exemplare täglich, davon etwa 31.000 im Abonnement. Die Wochentaz erreicht 45.600 Print- und 33.100 E-Paper-Verkäufe.
Abonnements und Nutzung
Geschäftsführer Andreas Marggraf berichtet, dass 80 bis 90 Prozent der früheren Vollabonnenten bei einem der neuen Modelle bleiben. Der Wirtschaftsplan hatte 70 Prozent prognostiziert. Einige Abonnenten wechselten zur Wochentaz, viele entschieden sich für ein Kombiabo aus E-Paper und Wochenendausgabe. Nur wenige senkten ihren Bezugspreis.
Die Leserschaft reagiert unterschiedlich auf die Umstellung. Einige Abonnenten ändern ihre Abowahl nachträglich noch einmal. Auch ältere Leser nutzen die digitalen Zugänge. Eine kleinere Gruppe lehnt die Umstellung grundsätzlich ab.
Anzeigen und Wirtschaftlichkeit
Im Anzeigengeschäft hat sich der Schwerpunkt weiter auf die gedruckte Wochenendausgabe verlagert. Unter der Woche war der Anzeigenanteil bereits gering. Zusätzlich bietet die taz ganzseitige PDF-Anzeigen im E-Paper an.
Die Geschäftsführung äußert sich zurückhaltend zur wirtschaftlichen Gesamtbilanz. Ziel der Umstellung war es, ein absehbares Defizit im täglichen Druck zu vermeiden und die Produkte so auszubalancieren, dass ein positiver Ertrag möglich wird. Eine abschließende Bewertung steht noch aus.
Quelle: KNA