Radioverbände: Sorge um Medienvielfalt
Private Rundfunkverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz warnen vor einem weiteren Verlust der Medienvielfalt im Radiomarkt. Grund ist die anhaltende Finanzierungskrise privater Radios, verursacht durch den Abfluss von Werbegeldern zu globalen Online-Plattformen. Die Verbände sehen dadurch nicht nur wirtschaftliche Grundlagen bedroht, sondern auch eine zentrale Säule der demokratischen Öffentlichkeit.
Pluralität als demokratische Aufgabe
In der Linzer Erklärung betonen die Verbände die Bedeutung des privaten Rundfunks als demokratische Infrastruktur. Privatradios bieten regionale Berichterstattung, journalistische Qualität und verlässliche Informationen. Sie sind wichtige Partner für den Mittelstand und fördern die regionale Wertschöpfung. Ohne politische Gegenmaßnahmen drohen nach Einschätzung der Verbände irreversible Schäden für Meinungsvielfalt und Medienvertrauen.
Forderungen an Politik und Regulierung
Die Erklärung nennt mehrere Handlungsfelder: mehr regulatorischer Spielraum für Kooperationen, Abbau bürokratischer Vorgaben und eine zeitgemäße Regulierung, die den aktuellen Marktbedingungen gerecht wird. Zudem fordern die Verbände eine faire Finanzierung öffentlicher Aufgaben privater Radios sowie diskriminierungsfreie Auffindbarkeit von Radioangeboten auf digitalen Plattformen und Endgeräten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verhältnis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Öffentliche Anbieter sollten klar abgegrenzt agieren und zugleich einen Kooperationsauftrag gegenüber privaten Sendern wahrnehmen. Die Verbände appellieren an Politik und Regulierungsbehörden, den privaten Rundfunk als medienpolitische Kernaufgabe zu sichern.