Leipziger Appell: Medienhäuser für Pressefreiheit

Ein breites Bündnis deutschsprachiger Medienhäuser und Institutionen hat mit dem vom MDR verbreiteten „Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien“ zum Schutz der Pressefreiheit aufgerufen. In dem am 19. März veröffentlichten Text heißt es, der freie Zugang zu Informationen müsse aktiv geschützt und Angriffe klar benannt und zurückgewiesen werden. Zu den Unterzeichnern zählen führende Vertreter öffentlich-rechtlicher Medien, Verbände und weiterer Institutionen.

Logowolke Unterstützer
MDR/Thomas Butsch

Breites Bündnis 

Zu den Erstunterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören unter anderem MDR-Intendant Ralf Ludwig, der ARD-Vorsitzende und HR-Intendant Florian Hager sowie die Intendantinnen und Intendanten mehrerer ARD-Anstalten, darunter Katja Wildermuth (BR), Hendrik Lünenborg (NDR), Yvette Gerner (Radio Bremen), Ulrike Demmer (RBB), Martin Grasmück (SR), Kai Gniffke (SWR) und Katrin Vernau (WDR). Auch ZDF-Intendant Norbert Himmler sowie Vertreter weiterer Einrichtungen wie Deutsche Welle, Deutschlandradio, die Deutsche Nationalbibliothek und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben den Appell unterschrieben.

Darüber hinaus beteiligen sich Organisationen und Initiativen aus dem Medienbereich, darunter das European Centre for Press and Media Freedom, der Evangelische Medienverband in Sachsen, die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte sowie Vertreter regionaler Medien wie Leipziger Volkszeitung, Mitteldeutsche Zeitung und Volksstimme.

Gemeinsamer Auftrag und historische Bezüge

Der Appell richtet sich an Medien, Politik und Gesellschaft. Sie seien gemeinsam gefordert, sich täglich für Pressefreiheit sowie Rundfunk- und Informationsfreiheit einzusetzen. Die Unterzeichnenden verweisen auf historische Erfahrungen. Diese Freiheiten seien Lehren aus dem Nationalsozialismus und zentrale Forderungen der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR gewesen.

In dem Appell warnen die Unterzeichnenden zudem vor globalen Digitalkonzernen und Plattformen. Deren Algorithmen würden Extreme, Polarisierungen und emotionale Zuspitzungen verstärken. Millionen Menschen begegneten in sozialen Medien einer verzerrten Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit. Außerdem werde das Vertrauen in freie Medien systematisch angegriffen.

Der MDR veröffentlichte den Appell anlässlich seiner Würdigung als Ort der Demokratiegeschichte. Bei einer Feierstunde in Leipzig wurde eine entsprechende Schrifttafel an der MDR-Zentrale enthüllt. MDR-Intendant Ludwig bezeichnete den Appell als eine „Einladung zur gemeinsamen Verantwortung“.