Kritik an KI-Übersichten von Google
Seit Google im März 2025 in Deutschland KI-Übersichten bei Suchanfragen einführte, berichten Medienhäuser über sinkende Reichweite und Erlöse. Die prominent platzierten Zusammenfassungen verringern die Klickzahlen auf journalistische Angebote und setzen das Geschäftsmodell privat finanzierter Medien weiter unter Druck.
Wie der KNA-Mediendienst berichtet, verteidigte Sabine Frank, Googles Cheflobbyistin für den deutschsprachigen Raum, das Angebot bei einer Diskussionsveranstaltung in Brüssel. Die KI-Übersicht sei kein Chatbot, sondern Teil der klassischen Suche und fasse Antworten übersichtlich zusammen. Frank betonte das veränderte Nutzungsverhalten, besonders bei jungen Zielgruppen, die vermehrt auf Chatbots setzen.
Wirtschaftliche Folgen für Medien
Vertreterinnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks widersprachen. Ulrike Köppen, Chief AI Officer des Bayerischen Rundfunks, sprach von erheblichen Einschnitten. Neben dem Traffic-Rückgang entstehe eine größere Distanz zu den Nutzern. Tragfähige Lizenzmodelle fehlen bisher, und die Medien hängen weitgehend von Plattformentscheidungen ab.
Forderungen an Politik und Regulierung
BR-Intendantin Katja Wildermuth warnte vor der wachsenden Gatekeeperrolle großer Plattformen. KI-Übersichten entziehen Anbietern von Qualitätsinhalten schrittweise wirtschaftliche Grundlagen und Sichtbarkeit. Sie forderte einen gesetzlichen Rahmen, der sicherstellt, dass Inhalteersteller von ihrer Arbeit leben können. Die EU-Kommission appellierte zugleich, KI als Chance zu begreifen und neue Kooperations- und Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Quelle: KNA Mediendienst, 28.01.2026