Madsack Stiftung vergibt vier Awards

Die Madsack Stiftung hat in Hannover die Madsack Awards 2026 für herausragenden Lokaljournalismus vergeben. Die Auszeichnungen gehen an Julia Baumann-Scheyer (Kolumna, Lindau), Erik Westermann (Braunschweiger Zeitung) sowie Antonie Rietzschel und Josa Mania-Schlegel (Leipziger Volkszeitung). Den Sachbuchpreis erhielt Prof. Nina Kolleck für „Der Kampf in den Köpfen“. Alle Preise sind mit je 5000 Euro dotiert.

Julia Baumann-Scheyer, Josa Mania-Schlegel, Antonie Rietzschel, Sylvia Madsack, Erik Westermann, Nina Kolleck (v.l.n.r.)
Tim Schaarschmidt (v.l.n.r.) Julia Baumann-Scheyer, Josa Mania-Schlegel, Antonie Rietzschel, Sylvia Madsack, Erik Westermann, Nina Kolleck

Julia Baumann-Scheyer deckte auf, dass Mitarbeiter des Bauamts in Lindau am Bodensee parallel eine private Bau-Beratungsfirma betrieben. Auch Teile der Stadtspitze waren in den Fall verwickelt. Ihre Artikelserie erschien im digitalen Lokalmagazin Kolumna, das sie vor zwei Jahren mitgegründet hat.

Erik Westermann, der bereits das Wächterpreis Stipendium 2026 mit dieser Recherche gewann, wurde für ein Dossier über die „Sache Josephine R.“ ausgezeichnet. Der Gerichtsreporter der Braunschweiger Zeitung untersuchte die Hintergründe von Fehlurteilen und setzte sich dabei auch kritisch mit seiner eigenen Berichterstattung auseinander. Antonie Rietzschel und Josa Mania-Schlegel erhielten den Award für ihre Reportagen über Clan-Kriminalität in Leipzig.

Sachbuchpreis für Nina Kolleck

Prof. Nina Kolleck untersucht in ihrem bei Rowohlt erschienenen Sachbuch, wie soziale Medien das Denken, Fühlen und Selbstbild von Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Sie spricht sich gegen pauschale Verbote aus und fordert gemeinsames Handeln von Politik, Bildungseinrichtungen, Familien und Plattformbetreibern.

Für die seit 2023 vergebenen Lokaljournalismus-Awards hatten sich mehr als 70 Lokaljournalistinnen und -journalisten aus dem gesamten deutschen Sprachraum beworben. Nach Angaben der Stiftung ist das ein neuer Rekord.