Leonie Feuerbach

Kurzbiographie der Nominierten in der Kategorie Wächterpreis 2026

Leonie Feuerbach, 1987 in Berlin geboren, hat dort und in Tübingen, Spanien und Brasilien Soziologie und Politikwissenschaft studiert. Seit 2014 ist sie bei der F.A.Z. – erst als Volontärin, dann als Redakteurin in den Ressorts Gesellschaft und Politik bei FAZ.NET, beim Magazin und in der politischen Nachrichtenredaktion. Dort zuständig für die Seite 3 am Samstag. Im Frühjahr 2022 erschien ihr Buch „Fremd in der eigenen Familie“; den Herbst 2022 verbrachte sie mit einem Stipendium als Gast-Redakteurin bei der „Silla Vacía“ in Bogotá. Sie hat für ihre Arbeit den Medienpreis für Qualitätsjournalismus, den Hansel-Mieth-Preis (Auszeichnung) und den Konrad-Duden-Journalistenpreis bekommen.

Portrait Leonie Feuerbach
privat

Im Interview

Wie entstand die Idee zu Ihrem Beitrag und wie haben Sie recherchiert?

Ich glaube, ich wurde damals über einen Bericht in der taz Nord auf das Hamburger Dublin-Zentrum und so dann auch auf das in Eisenhüttenstadt aufmerksam. Und dann habe ich sehr viel gelesen und per Mail und am Telefon Fragen gestellt: an die für die Dublin-Zentren zuständigen Ministerien/Behörden, das Bundesinnenministerium, an fluchtpolitische SprecherInnen politischer Parteien, an die Gesellschaft für Freiheitsrechte, das BAMF, Flüchtlingsräte/initiativen/helfer, Pro Asyl sowie alle Innen- bzw. Migrationsministerien der Länder. Jedes Gespräch warf neue Fragen auf, die in weiteren Gesprächen mündeten.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie dabei?

Herausfordernd fand ich vor allem, wie komplex das Regelwerk zu Asyl und Rückführungen ist und dass selbst Fachleute auf meine Fragen oft keine Antworten wussten. So heißt es etwa, die auf „Bett, Brot, Seife“ reduzierten Leistungen in den Dublin-Zentren sollen Asylbewerber zur freiwilligen Ausreise bewegen. Wie die konkret abläuft, konnte mir aber niemand sagen – bis sich dann herausstellte, dass das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge solche selbstorganisierten Ausreisen nur in Ausnahmefällen überhaupt zulässt. Was wiederum die Anforderungen anderer EU-Staaten für eine von den Betroffenen selbst veranlasste Überstellung sind, konnte mir selbst das Bundesamt nicht sagen.

Von wem wurden Sie unterstützt?

Justus Bender, Politikredakteur bei der FAS, hat den Text redigiert und mir sehr dabei geholfen, den Wust an Informationen sinnvoll zu strukturieren.

Was macht für Sie persönlich guten Journalismus aus, was braucht ein herausragender Artikel?

Ich würde sagen: Spannung, Unterhaltung, Erkenntnisgewinn. Und im besten Fall wird man beim Lesen berührt: von der Sprache, einem gutbeobachteten Detail, einer Ungerechtigkeit, die einem vorher nicht bewusst war.

Was erwarten Sie von der Preisverleihung?

Ich erhoffe mir, dass meine kleine Tochter friedlich bei meinem Mann im Tragetuch schläft und wir alle den Abend genießen können!

 

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