Jakob Schrenk
Kurzbiographie des Nominierten in der Kategorie Zukunft & Verantwortung
Jakob Schrenk, Jahrgang 1977, lernte sein Handwerk an der Deutschen Journalistenschule und an der LMU München. Anschließend arbeitete er als Buchautor, unter anderem mit „Die Kunst der Selbstausbeutung“ (DuMont), sowie als Redakteur der Zeitschrift NEON. Nach zehn Jahren in der Kommunikations- und Organisationsberatung vermisste er das Schreiben so sehr, dass er 2025 in den Journalismus zurückkehrte: als Redakteur beim SZ-Magazin.
Im Interview
Wie entstand die Idee zu Ihrem Beitrag und wie haben Sie recherchiert?
Ich habe mich ganz einfach über die langen, verworrenen Sprachnachrichten auf meinem Handy geärgert – und gewundert. Schnell fielen mir weitere Beispiele dafür auf, wie beliebt das gesprochene Wort gerade ist: Meetings statt schriftlicher Kommunikation in der Arbeitswelt, Hörbücher, Podcasts. Was ist der Grund dafür? Was könnte dabei verloren gehen? Diese Fragen versuchte ich im Rahmen meiner Recherche zu beantworten. Ich habe viel gelesen (!) – zum Beispiel das großartige Buch „Oralität und Literalität“ des US-amerikanischen Kulturwissenschaftlers Walter J. Ong. Und ich habe mit Expertinnen und Experten gesprochen, unter anderem mit der Münchner Soziologin Irmhild Saake, die einen sehr genauen, kontraintuitiven Blick auf Alltagsphänomene hat.
Vor welchen Herausforderungen standen Sie dabei?
Ich fand es nicht leicht, den richtigen Ton zu treffen. Mir ist es ernst mit dem Thema – gleichzeitig wollte ich aber nicht zu kulturkritisch oder wehleidig klingen.
Von wem und wie wurden Sie dabei unterstützt?
Seit den ersten Tagen an der Journalistenschule – also seit über einem Vierteljahrhundert – liest mein bester Freund Tobias Moorstedt meine Artikel als Erster und hilft, wenn ein Gedanke oder eine Formulierung hakt. Außerdem danke ich natürlich dem ganzen Team beim SZ-Magazin für Rat und Vertrauen.
Was macht für Sie persönlich guten Journalismus aus?
Genauigkeit, Offenheit für andere Standpunkte – und der Anspruch, zu überraschen: Als Leser möchte ich etwas erfahren, das ich noch nicht wusste, oder etwas Bekanntes aus einer neuen Perspektive sehen.
Was braucht ein herausragender Artikel?
Die originelle Form passt zum interessanten Inhalt. Wenn es das Thema hergibt, schätze ich Ironie und Leichtigkeit, gerade in Zeiten von schlechter Laune und verbissener Rechthaberei.
Was erwarten Sie von der Preisverleihung?
Eine Feier des Journalismus. Ich war lange außerhalb des Betriebs, deswegen fällt mir besonders auf: Wir feiern unsere gute Arbeit viel zu wenig.