Starke Stimme für die Presse: BDZV und MVFP bauen Zusammenarbeit aus

Bündnis Zukunft Presse soll Verlagsinteressen gegenüber Gatekeepern noch wirksamer vertreten

Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus. Anlässlich der Jahrestagung der Zeitungsbranche „BDZV. Der Kongress“ in Berlin betonten die Vorstandsvorsitzenden Matthias Ditzen-Blanke (BDZV) und Lars Joachim Rose (MVFP) vor rund 150 geladenen Gästen: Die Presse muss angesichts der Marktmacht globaler Plattformen und der tiefgreifenden Veränderungen durch Künstliche Intelligenz ihre gemeinsamen Interessen noch geschlossener vertreten.

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BDZV/MVFP

„Gemeinsames Handeln statt Einzelkämpfertum – das ist unsere Antwort auf die wachsende Macht von Google, Meta & Co.“, sagte Ditzen-Blanke. Das Bündnis Zukunft Presse biete dafür eine bewährte Grundlage. BDZV und MVFP wollen politische Positionen künftig noch enger abstimmen, regulatorische Verfahren gemeinsam begleiten und sich auf nationaler sowie europäischer Ebene für faire Wettbewerbsbedingungen einsetzen. „Globale Digitalkonzerne bestimmen heute in erheblichem Maße die Spielregeln in einem Markt, in dem wir täglich um Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und Erlöse ringen. Deshalb werden wir die Anliegen der Presse mit noch mehr Nachdruck in Berlin und Brüssel vertreten“, so Ditzen-Blanke.

Lars Joachim Rose betonte: „Wir haben gemeinsame Interessen und gemeinsame Herausforderungen. Deshalb bündeln wir Expertise und Ressourcen dort, wo es konkreten Mehrwert schafft.“ Dazu gehörten politische Kommunikation, gemeinsame Initiativen, Veranstaltungen sowie die enge Abstimmung in medienpolitischen Grundsatzfragen. In den vergangenen Jahren habe sich die Zusammenarbeit bereits bewährt – etwa bei der arbeitsteiligen Kooperation der Public-Affairs-Teams und bei gemeinsamen Aktivitäten auf europäischer Ebene. „Darauf bauen wir auf. Wo wir mit einer Stimme sprechen, werden wir stärker wahrgenommen“, sagte Rose.

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Regulierung marktmächtiger Plattformen. Auch beim Kartell- und Wettbewerbsrecht, beim Schutz journalistischer Inhalte vor Ausbeutung durch KI-Systeme sowie bei der Stärkung des Leistungsschutzrechts wollen BDZV und MVFP im Rahmen des Bündnis Zukunft Presse den politischen Druck erhöhen. Ziel sind faire Rahmenbedingungen, damit Verlage unabhängigen Journalismus auch künftig finanzieren, weiterentwickeln und digital erfolgreich verbreiten können.

Entscheidend für den Erfolg sei eine pragmatische, wirkungsorientierte Zusammenarbeit. „Es geht nicht um Eitelkeiten oder Organisationsfragen, sondern um politische Durchsetzungskraft“, erklärten Ditzen-Blanke und Rose. BDZV und MVFP bleiben eigenständige Verbände mit unterschiedlichen Mitgliedsstrukturen und gewachsenen verbandlichen Identitäten. Zugleich wollen beide Organisationen dort enger zusammenarbeiten, wo gemeinsame Interessen der Presse durch ein abgestimmtes Auftreten mehr Gewicht erhalten.

Wie Zusammenarbeit über Verbandsgrenzen hinweg erfolgreich gelingen kann, zeigt die vom BDZV maßgeblich vorangetriebene Initiative „Demokratie braucht viele Stimmen“, die vom MVFP sowie von zahlreichen weiteren Medienhäusern, Sendern und Verbänden unterstützt wurde. Diesen Ansatz wollen BDZV und MVFP auch im Bündnis Zukunft Presse fortführen: gemeinsame Anliegen sichtbar machen, gute Ideen gemeinsam umsetzen und weitere Mitstreiter für die Zukunft der freien Presse gewinnen.