Macht und Verantwortung in der digitalen Öffentlichkeit: BDZV-Kongress bringt Politik, Plattformen und Presse zusammen
Algorithmen bestimmen mit, welche Nachrichten Menschen sehen. Desinformation setzt die öffentliche Debatte unter Druck. Künstliche Intelligenz verändert das Geschäft mit Journalismus. Darum geht es am 6. Oktober 2026 bei „BDZV. Der Kongress“ in Berlin: Wie finden unabhängige Medien unter diesen Bedingungen Gehör und bleiben wirtschaftlich erfolgreich?
Unter dem Motto „Demokratie braucht viele Stimmen“ bringt der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger Politik, Plattformverantwortliche, Medienmacher und Wissenschaft zusammen – für eine Debatte über Macht und Verantwortung und für konkrete Zukunftsideen der Presse. Erwartet werden gut 150 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft.
Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit, setzt den politischen Impuls. Über den Einfluss digitaler Plattformen auf Meinungsbildung und Wahlen diskutieren Andreas Briese, Managing Director YouTube Germany, RND-Chefredakteurin Eva Quadbeck, Demokratieexpertin Paulina Fröhlich von der Bertelsmann Stiftung und BDZV-Vorstandsvorsitzender Matthias Ditzen-Blanke. Mit Blick auf die Landtagswahlen 2026 geht es um die Frage: Wie sehr beeinflusst digitale Verstärkung politische Entscheidungen und welche Antworten müssen Politik, Plattformen und unabhängige Medien darauf geben?
Das Institut für Demoskopie Allensbach liefert eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse: Medienforscher Dr. Steffen de Sombre präsentiert eine Studie zur Nachrichten- und Medienkompetenz von Lehrkräften. Sie bildet den Ausgangspunkt für das Panel „Die Utopie von der informierten Gesellschaft – Brennpunkt Bildung“. Hier geht es Bildungsexpertin Silke Müller, dem Chefredakteur der Märkischen Oder-Zeitung/Lausitzer Rundschau Claus Liesegang und Stephanie von Unruh, BDZV-Vorstand Ressort Märkte, unter anderem darum, wie junge Menschen verlässliche Nachrichten erkennen und sich gegen Desinformation wappnen können. Auch die Frage nach Altersgrenzen für Social Media steht zur Diskussion – ebenso wie die Rolle, die Verlage bei der Vermittlung von Nachrichtenkompetenz übernehmen können.
Wie regionale Medien der Macht globaler Plattformen mit Lösungen begegnen, zeigt das Panel „David schlägt zurück“. Praxisbeispiele aus Skandinavien und Belgien geben Einblicke in unternehmerische Antworten auf die Plattformdominanz. Kartellrechtsexperte Prof. Dr. Thomas Höppner ordnet die jüngsten Entwicklungen der Plattformregulierung in den USA, Europa und Deutschland ein. Damit verbindet der Kongress die politische Debatte mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für Verlage.
Zum Abschluss richten BDZV-Vorstandsvorsitzender Matthias Ditzen-Blanke und der Vorstandsvorsitzende des Medienverbands der freien Presse (MVFP), Lars Joachim Rose, den Blick auf das „Bündnis Zukunft Presse“. Am Abend stehen dann die journalistischen Leistungen selbst im Rampenlicht: Bei der „Nacht des Journalismus“ im Tipi am Kanzleramt werden der Theodor-Wolff-Preis und der Wächterpreis verliehen.
Die Moderation von „BDZV. Der Kongress“ am Nachmittag des 6. Oktober 2026 (im Hotel Steigenberger am Kanzleramt in Berlin) übernimmt die Leiterin der Günter Holland Journalistenschule (Augsburg), Lea Thies. Die Teilnahme erfolgt auf persönliche Einladung.