Viele Stimmen zum Tag der Demokratie
Seit 2008 wird am 15. September der Internationale Tag der Demokratie begangen. Die Vereinten Nationen hatten den Aktionstag 2007 ins Leben gerufen, um die Grundsätze der Demokratie zu fördern und regelmäßig den Blick auf ihren Zustand zu richten.
Aktuelle Untersuchungen zeichnen für Deutschland ein differenziertes Bild. Laut Demokratiemonitor 2026 der Bertelsmann Stiftung unterstützen 82 Prozent der Befragten demokratische Werte überdurchschnittlich stark, 91 Prozent stimmen den Grundsätzen demokratischer Wahlen zu. Zugleich werden politische Institutionen und ihr praktisches Funktionieren deutlich kritischer bewertet. Der aktuelle Demokratie-Monitor der Universität Hohenheim zeigt zudem einen ausgeprägten Wunsch nach Beteiligung: Knapp zwei Drittel bevorzugen eine repräsentative Demokratie, in der vor wichtigen Entscheidungen ein ernsthafter Dialog mit der Bevölkerung stattfindet.
Demokratie braucht dafür eine Öffentlichkeit, in der unterschiedliche Positionen sichtbar werden und Menschen Zugang zu verlässlichen Informationen haben. Freie und unabhängige Medien schaffen dafür eine wesentliche Grundlage. Das sieht auch die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung so: 92 Prozent bewerten eine freie Presse als wichtig für die Demokratie (ZMG Bevölkerungsumfrage 2023). Gerade in einer Informationswelt, die zunehmend von Plattformen, Algorithmen, Desinformation und künstlicher Intelligenz geprägt wird, gewinnt professioneller Journalismus an Bedeutung.
Rund um den Tag der Demokratie setzen deshalb vom 14. bis 19. September mehr als 150 Medienpartner mit der Aktionswoche „Demokratie braucht viele Stimmen“ ein gemeinsames Zeichen. Die vom BDZV mitinitiierte Initiative vereint erstmals journalistische Medien unterschiedlicher Gattungen. Zeitungen und Digitalpublisher, Zeitschriften, kostenlose Wochenzeitungen sowie private und öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter beteiligen sich mit eigenen Beiträgen, Veranstaltungen und Dialogformaten.
Der gemeinsame Auftritt steht dabei gerade nicht für eine gemeinsame Meinung. Medienvielfalt lebt von unterschiedlichen Perspektiven, Widerspruch und Debatte. Der Tag der Demokratie erinnert daran, dass diese Vielfalt keine Selbstverständlichkeit ist und eine informierte demokratische Öffentlichkeit freie Medien braucht.