SZ: Lokale News per WhatsApp

SZ testet KI-gestützte WhatsApp-Kanäle für den Lokaljournalismus

Die Süddeutsche Zeitung setzt im Münchner Umland auf KI-gestützte WhatsApp-Kanäle, um regionale Berichterstattung nach dem Rückzug eigener Regionalteile breiter verfügbar zu machen und jüngere Zielgruppen zu erreichen. Rund 9.000 Nutzerinnen und Nutzer folgen den im November 2025 gestarteten Kanälen bereits, berichtet Ulrike Heidenreich, Ressortleiterin München, Region, Bayern, im Interview mit XPLR: Media.

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SZ/Canva
KI liefert Entwürfe – die Redaktion entscheidet

Die Inhalte entstehen nach dem Prinzip „Expert in the Loop“: Eine KI sammelt Informationen aus ausgewählten öffentlichen Quellen und erstellt Beitragsentwürfe. Veröffentlicht wird jedoch erst nach redaktioneller Prüfung. Laut Ulrike Heidenreich habe sich die Qualität der Inhalte erst durch konsequentes Redigieren und den kontinuierlichen Austausch mit dem Technologiepartner Beat Squares auf das gewünschte Niveau entwickelt.

Die Kanäle kombinieren recherchierte Lokalgeschichten mit Veranstaltungstipps, Verkehrsinformationen und weiteren Serviceinhalten, die im Printangebot oft keinen Platz finden. Ziel ist es, Regionaljournalismus im passenden Format für den jeweiligen Nutzungskontext anzubieten.

Reichweite als Investition in die Markenbindung

Die WhatsApp-Kanäle bleiben kostenlos, sollen aber die Bindung an die Marke stärken und Nutzer auf kostenpflichtige Inhalte aufmerksam machen. Damit leisten sie nach Einschätzung der SZ bereits heute einen indirekten Beitrag zur Monetarisierung.

Als wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt nennt Heidenreich einen iterativen Entwicklungsprozess: Wer KI-gestützte Formate einführt, sollte Sprache, Struktur und Tonalität früh definieren und die Zusammenarbeit mit dem technischen Partner als dauerhaften Prozess verstehen. „Learning by Doing“ sei dabei Teil des Konzepts.