Post-Konkurrenten bündeln bundesweites Briefgeschäft
Sechs Wettbewerber der Deutschen Post haben ein Gemeinschaftsunternehmen für das bundesweite Briefgeschäft gegründet. In der zum Oktober gegründeten Deutschlandversand GmbH & Co. KG mit Sitz in Hannover bündeln sie die Betreuung bundesweiter Großkunden. Banken, Versicherungen und Behörden sollen künftig einen zentralen Ansprechpartner sowie Zugang zu einem gemeinsamen Zustellnetz erhalten. Zugleich übernimmt das Gemeinschaftsunternehmen den insolventen Briefdienstleister dvs aus Ratingen und die in NRW tätige Zustellgesellschaft Xendis.
An Deutschlandversand sind zu jeweils gleichen Teilen Citipost und Südwest-Mail sowie der Schwäbische Verlag (Ravensburg), Postholding Süd (Sindelfingen), Marketing Service Magdeburg und die Pin AG (Berlin) beteiligt. Bislang tauschen die regionalen Briefdienste ihre Sendungen über zwei unterschiedliche Systeme aus. Diese sollen künftig durch ein gemeinsames Zustellnetz ersetzt werden. Die Bündelung soll die Abläufe effizienter machen.
Regionale Briefdienste unter Kostendruck
Die Deutsche Post dominiert weiterhin den deutschen Briefmarkt. Laut Bundesnetzagentur hält sie einen Umsatzanteil von 87 Prozent. Der Rest entfällt auf regionale Wettbewerber wie Citipost in Hannover und Südwest-Mail Brief + Service in Ulm. Viele dieser Briefdienste gehören zu Verlagen, die ihre Zeitungszusteller auch für die Briefzustellung einsetzen. Sinkende Sendungsmengen und steigender Kostendruck belasten die Branche.
Jörg Kosel, Geschäftsführer von Deutschlandversand, bezeichnete die Gründung als historischen Schritt. Alternative Briefdienste hätten im nationalen Geschäft bislang größtenteils nebeneinander gearbeitet. Als Erfolgsmaßstab nannte er bundesweite Briefsendungen über Deutschlandversand, zusätzliche Sendungsmengen für die regionalen Partner und eine verlässliche Zustellqualität.
(dpa)