Philippe Sands erhält Friedenspreis

Philippe Sands erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026. Der Stiftungsrat des Friedenspreises hat den französisch-britischen Juristen und Autor zum diesjährigen Träger gewählt. Die Verleihung findet am Sonntag, 11. Oktober 2026, in der Frankfurter Paulskirche statt. Der Preis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Portrait Phillipe Sands
Philippe Sands

Sands, geboren am 17. Oktober 1960 in London, ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit. 

Der Stiftungsrat begründet die Wahl mit Sands’ Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Verteidigung des Völkerrechts. In der Begründung heißt es, Sands zeige entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden sei und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ stünden. Als Direktor des Centre for International Courts and Tribunals am University College London ist er zudem in Forschung und Lehre zum internationalen Gerichtswesen tätig.

Neben juristischen Fachbüchern und Aufsätzen veröffentlicht Sands literarische Sachbücher. Dazu zählen „Rückkehr nach Lemberg“, „Die Rattenlinie“, „Die letzte Kolonie“ und „Die Verschwundenen von Londres 38“. Für seine Bücher erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Baillie Gifford Prize, den Wingate Literary Prize, den British Book Award, den Prix Montaigne, den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln sowie den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis.