Netzwerk Recherche veröffentlicht Ratgeber für Redaktionen
Netzwerk Recherche hat mit „Stark unter Druck“ einen Praxisleitfaden zum Umgang mit psychischen Belastungen im Redaktionsalltag veröffentlicht. Er richtet sich an Journalistinnen und Journalisten sowie Führungskräfte und enthält konkrete Handlungsempfehlungen. Über den Leitfaden hinaus unterstützt die Helpline von Netzwerk Recherche Betroffene telefonisch und bietet Workshops für Redaktionsteams an.
Für den Praxisleitfaden sprachen die Autorinnen und Autoren mit 90 redaktionellen Führungskräften, Arbeitnehmervertretern sowie Personalverantwortlichen. Die vorgestellten Praxisbeispiele sollen Anregungen für den Redaktionsalltag liefern, ohne allgemeingültige Lösungen zu beanspruchen. Der Leitfaden entstand im Rahmen einer Projektförderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und mündet in dem Buch „Resilienz in Redaktionen“, das 2027 im transcript Verlag erscheinen soll.
Die Helpline wurde im November 2023 als Unterstützungsangebot für mental belastete Journalistinnen und Journalisten eingerichtet. Am Telefon sprechen Ratsuchende mit speziell geschulten Kolleginnen und Kollegen, auf Wunsch anonym und kostenlos. Das Angebot bietet Hilfestellung, ersetzt aber keine Therapie und umfasst keine Diagnosen. Gespräche sind montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr unter 030 - 7543 7633 möglich. Der BDZV unterstützt die Helpline finanziell.
Mit ihren Workshops geht die Helpline auch direkt in Redaktionen. Der zweistündige Einführungsworkshop behandelt Selbstfürsorge, Frühwarnzeichen psychischer Belastungen und kollegiale Unterstützung. In vierstündigen Intensivworkshops lassen sich redaktionsspezifische Themen vertiefen, darunter der Umgang mit Hassrede und Drohungen, belastende Recherchen, gute Führung, psychische Belastungen im Volontariat sowie Veränderungsprozesse durch Digitalisierung und KI. Auch individuell zugeschnittene Formate sind möglich. Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen, von Volontärinnen und Volontären bis zu Führungskräften.