MVFP diskutiert Journalismus und Werbewirkung

Beim MVFP Experience Day in Düsseldorf diskutieren 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Medien, Werbung, Agenturen, Wissenschaft und Marketing über die Zukunft des Media Business. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von KI und Big Tech, glaubwürdige Medienumfelder sowie Strategien für Medien und Werbungtreibende.

Veranstaltung
Guido Schröder

KI und Plattformen

Carsten Knop, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sieht Europa im globalen KI-Wettbewerb derzeit als schwächsten Akteur. Bei der Regulierung großer Technologieplattformen fordert er weniger neue Regeln als eine konsequente Durchsetzung des bestehenden Rechts. Für Redaktionen bezeichnete Knop KI als unverzichtbares Arbeitsmittel, während die publizistische Verantwortung beim Menschen bleiben müsse. Mit Blick auf den Werbemarkt warnte er vor einer weiteren Konzentration zugunsten großer Plattformen. Inzwischen fließe jeder zweite Werbe-Euro an Google, Amazon und Meta.

Lars Joachim Rose, Vorstandsvorsitzender des MVFP und Verleger der Mediengruppe Klambt, stellte zum Auftakt Veränderungsbereitschaft sowie Team- und Kooperationsfähigkeit als zentrale Anforderungen an die Branche heraus. Professionelle journalistische Medien seien nach seiner Einschätzung auch für Marken wertvoll, weil sie Reichweite mit Vertrauen und glaubwürdigem Kontext verbänden.

Werbewirkung und Qualität

In weiteren Gesprächen ging es um Markenaufbau, Performance und die Messung von Werbewirkung. Michael Jäschke und Rolf Theunissen plädierten dafür, Attribution, Werbewirksamkeitsmessung und Media-Mix-Modelling miteinander zu verbinden. Manfred Kluge, Nadja Schick und Prof. Dr. Lisa-Charlotte Wolter sprachen sich dafür aus, Qualitätskriterien journalistischer Umfelder stärker in Mediaplanung und Mediaeinkauf einzubeziehen.