Meta-Prozess wegen Nutzung durch Kinder
Vor einem Geschworenengericht im kalifornischen Oakland hat ein Prozess gegen Meta wegen der Nutzung von Facebook und Instagram durch Kinder begonnen. Mehrere US-Bundesstaaten werfen dem Konzern vor, Kinder bewusst zu einer ausufernden Nutzung der Plattformen verleitet und Risiken vor Eltern und der Öffentlichkeit verborgen zu haben. Meta weist die Vorwürfe zurück.
Der Prozess begann am 18. August 2026 mit den Eröffnungsplädoyers. Die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten streben Geldstrafen sowie Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells an. Meta erklärte vor einigen Monaten in einem Gerichtsdokument, die geforderten Strafen könnten sich auf 1,4 Billionen Dollar (aktuell 1,2 Billionen Euro) belaufen und die Existenz des Unternehmens bedrohen. Anwälten der Klägerseite zufolge könnte es eher um etwa 200 Milliarden Dollar gehen. Meta bezeichnet die Vorwürfe als unbegründet und die finanziellen Forderungen als unangemessen.
Der Konzern hatte zuletzt mehrere Niederlagen vor US-Gerichten hinnehmen müssen. Nach einer Gerichtsentscheidung im Bundesstaat New Mexico soll Meta mehr als eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an Kinder zahlen, die durch die Nutzung sozialer Medien Schaden genommen haben. Zudem sollen dort zusätzliche Einschränkungen für Nutzer im Alter unter 18 Jahren eingeführt werden. Meta will in Berufung gehen.
Im März verloren Meta und die Google-Videoplattform YouTube zudem einen Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten. Auch dieses Urteil wollen die Unternehmen kippen.
(dpa)