Mediennutzung unterscheidet sich nach Bildung
Die Mediennutzung unterscheidet sich nach formaler Bildung. Das zeigt die ARD/ZDF-Medienstudie 2026. Sie ordnet die Abschlüsse in niedrige, mittlere und höhere formale Bildung ein, um geringe Fallzahlen in kleineren Subgruppen zu umgehen, und berücksichtigt das Alter, weil die Abschlüsse in den Alterskohorten ungleich verteilt sind.
Podcasts und KI
Stark hängt die Nutzung von Podcasts und Künstlicher Intelligenz danach mit der Bildung zusammen. Podcasts hört mittlerweile rund ein Drittel der Bevölkerung, vor allem jüngere und formal höher Gebildete. KI-Anwendungen werden aktuell stärker von Menschen mit höherer formaler Bildung genutzt. Die mindestens wöchentliche KI-Nutzung ist jedoch gegenüber dem Vorjahr in allen Gruppen enorm gestiegen, am stärksten mit +81 % in der mittleren Bildungskategorie.
Fernsehen und Radio
Je höher die formale Bildung, desto seltener wird mindestens wöchentlich linear ferngesehen. Menschen mit niedriger formaler Bildung liegen leicht über dem Durchschnitt, was die Studie auf den großen Anteil Älterer in dieser Gruppe zurückführt. Der Rückgang der vergangenen Jahre setzt sich in allen drei Kategorien fort, bei höher Gebildeten ist er am schwächsten und scheint zu stagnieren. Beim linearen Radio hat sich der Rückgang etwas abgebremst und ist derzeit bei formal niedriger Gebildeten am deutlichsten.
Social Media
Menschen mit formal mittlerer Bildung nutzen Social Media regelmäßig, also mindestens wöchentlich, etwas intensiver: Ihr Anteil liegt bei rund zwei Dritteln, die anderen Gruppen erreichen geringere Werte. Bei der Nutzungsdauer liegen formal niedriger Gebildete dagegen deutlich vorn, TikTok nutzen sie am intensivsten. Zudem zeigt sich ein starkes Altersgefälle: 14- bis 29-Jährige kommen täglich auf 82 Minuten, ab 70-Jährige im Schnitt auf 4 Minuten.
https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2026/MP_27_2026_ARD-ZDF-Medienstudie_2026_Der_Einfluss_von_Bildung_auf_die_Mediennutzung.pdf