Günter Bannas gestorben
Günter Bannas, langjähriger Leiter der Parlamentsredaktion der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ), ist am 24. Juli 2026 nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren in Berlin gestorben. 2018 war der gebürtige Hesse mit dem Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis (TWP) für das Lebenswerk ausgezeichnet worden.
Bannas wurde am 8. Mai 1952 in Kassel geboren. 1979 trat er in die Politikredaktion der „FAZ“ ein. Zwei Jahre darauf wurde er als Korrespondent in die damalige Hauptstadt Bonn entsandt. Ein Jahr arbeitete Bannas für die „Süddeutsche Zeitung“, 1998 kehrte er als Leiter der Parlamentsredaktion zur „FAZ“ zurück. Wie der Herausgeber der „FAZ“, Berthold Kohler, in seiner Trauernotiz berichtet, habe Bannas knapp 10.000 Artikel in seiner aktiven Zeit verfasst. 2018 ging der Journalist in den Ruhestand. Nicht wenige Politiker hätten Bannas als „Inbegriff der journalistischen Seriosität“ erlebt, so der „FAZ“-Herausgeber, „als präzise, nüchtern, unprätentiös, unparteiisch, nur der Wahrheit verpflichtet“ – und als „fair“.
Anlässlich der TWP-Verleihung für das Lebenswerk 2018 würdigte Jury-Mitglied Markus Günther den Preisträger unter anderem so: „Berichterstatter – das Wort beschreibt Günter Bannas besser als Korrespondent, Reporter, Redakteur. Er wollte immer nur dies: Bericht erstatten; den Leser zuverlässig informieren; ein umfassendes und ausgewogenes Bild liefern von dem, was gewesen ist. Es ist eine Haltung, die für jeden Journalisten selbstverständlich sein sollte, unter den Bedingungen eines missionarisch ambitionierten Meinungsjournalismus aber zur Ausnahmeerscheinung geworden ist. Bannas dagegen hat das Mandat der Leser stets ernst genommen. Er hatte den Auftrag, genau hinzusehen und hinzuhören, akkurat zu berichten und sich selbst aus der Sache gründlich herauszuhalten.“