Goldene Feder für Journalisten in Gaza
Der Weltverband der Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) verleiht die Goldene Feder der Freiheit (Golden Pen of Freedom) 2026 an die professionellen Foto- und Videojournalisten in Gaza. Der jährliche Preis der World Association of News Publishers wurde am 1. Juni am Eröffnungstag des World News Media Congress 2026 in Marseille überreicht. Die Auszeichnung würdigt laut WAN-IFRA den Einsatz lokaler palästinensischer Medienschaffender, die in einer Kriegszone leben und arbeiten, sowie verletzte und getötete Kolleginnen und Kollegen.
Die Preisbegründung verweist darauf, dass Journalistinnen und Journalisten in Gaza seit mehr als zweieinhalb Jahren Tod, Zerstörung und menschliches Leid dokumentierten. Seit Beginn des Kriegs nach den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 seien mehr als 260 Journalistinnen und Journalisten getötet worden, die große Mehrheit in Gaza. Nach Recherchen des Committee to Protect Journalists seien mindestens 64 von ihnen gezielt von israelischen Streitkräften angegriffen worden.
Da ausländische Medien Gaza weitgehend nicht betreten dürften, außer unter strenger israelischer Militäraufsicht, liege die Berichterstattung über die Folgen des Kriegs und die humanitäre Krise vor allem bei palästinensischen Journalistinnen und Journalisten in Gaza. Entgegengenommen haben den Preis Vertreter der drei großen internationalen Nachrichtenagenturen, die in Gaza tätig sind: Agence France-Presse, The Associated Press und Reuters.
Im Programm des World News Media Congress plant die WAN-IFRA zudem eine Ausstellung mit Arbeiten ausgezeichneter Fotografen und eine Filmvorführung.