Annegret Hahn erhält FAZ-Feuilletonpreis

Die Dramaturgin, Regisseurin und zeitweilige Intendantin der Berliner Volksbühne Annegret Hahn erhält den FAZ-Feuilletonpreis 2026. Ausgezeichnet wird ihr Beitrag „…wenn sich das Ganze bewegt, der Einzelne sollte es auch versuchen …“, in dem sie anhand der Biografie des Schauspielers Ulrich Mühe deutsch-deutsche Schicksalsfragen untersucht. Die diesjährige Preisfrage lautete: „Gibt es nationale Unterschiede in den Künsten?“

Deutsches Theater Berlin
CC Jörg Zägel

Nach Einschätzung der Jury zeigt Hahn am Leben des 2007 verstorbenen Schauspielers, wie sich Geschichte in einer Biografie spiegeln und nationale Grenzen auflösen können. Der Jury gehörten FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube sowie die FAZ-Redakteure Sandra Kegel, Niklas Maak und Simon Strauß an.

Insgesamt gingen 120 Einreichungen ein, von denen sechs die Shortlist erreichten. Neben Hahn waren Jorg Foitzik, Maximilian Kunkel, Katharina von Ritter, B.C. Rizzoli und Felix Schönherr nominiert. Die Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit dem Weber Handwerk der Yoruba, ostdeutscher Schauspielkunst, tschechoslowakischer Architektur und den Unterschieden zwischen amerikanischem und deutschem Kino.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 2. November im Deutschen Theater in Berlin verliehen. Die Laudatio hält Jürgen Kaube. Die FAZ vergibt die Auszeichnung seit 2012 jährlich. Ursprünglich trug sie den Namen „Michael-Althen-Preis für Kritik“, bevor sie 2025 in FAZ-Feuilletonpreis umbenannt wurde. Mit der Neuausrichtung änderte sich auch das Auswahlverfahren: Statt bereits verfasster feuilletonistischer Texte werden seither eigens eingereichte Antworten auf eine Preisfrage ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr lautete diese „Wie viel Zeit braucht die Kunst?“.