Benedikt Dietsch

Kurzbiographie des Nominierten in der Kategorie »Wächterpreis-Stipendium« 2026

Benedikt Dietsch, Jahrgang 1997, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Anschließend arbeitete er für das Online-Magazin Flip, wo er die investigativen Recherchen verantwortete. Seit 2023 ist er Teil des Podcast-Teams des Bayerischen Rundfunks. Zusammen mit Alexander Gutsfeld gründete er 2026 den Newsletter „Podcast-Hacks“.

Portrait Benedikt Dietsch
Benedikt Dietsch

Im Interview

Wie entstand die Idee zu Ihrem Beitrag und wie haben Sie recherchiert?

Anfang 2025 war ich als IJP-Fellow beim Rise Project, das Teil des OCCRP ist. Und dann machte ich, was man halt so macht, bevor man für zwei Monate nach Rumänien geht: Ich googelte „Rumänien“. Dabei stieß ich recht schnell auf zahlreiche deutsche Anbieter, die Trophäenjagden auf geschützte Braunbären als All-inclusive-Reisen anbieten. Da dachte ich mir: Wie kann das sein?

Wie haben Sie recherchiert?

Wir vermuteten schnell, dass die Jagdreiseanbieter ein Schlupfloch im Gesetz nutzten, um Jagd auf die Braunbären zu machen. Einem Journalisten würden sie davon nichts erzählen. Vielleicht aber einem interessierten Kunden? Also habe ich mich entschieden, mich unter falschem Namen unter die Trophäenjäger zu mischen.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie dabei?

Als feststand, dass ich mich undercover und Trophäenjäger mischen werde, war das größte Problem: Ich hatte absolut keine Ahnung vom Jagen. Also habe ich erstmal tagelang Begriffe gepaukt: Taxidermie und Dermoplastik, Luderplatz und Schönheitspunkte, Äser, Lichter, Lauscher? Am Ende war es das sicherste, mich nicht als Jäger, sondern nur als Vermittler auszugeben.

Wie wurden Sie unterstützt?

Die Recherche fand im Rahmen des Internationalen Journalistenprogramms statt, dem ich sehr dankbar für diese Chance bin. Ohne die Unterstützung meines Kollegen Andrei Ciurcanu vom OCCRP hätte ich mich nie getraut, allein mit den rumänischen Trophäenjägern tief in die Karpaten zu fahren. Er überwachte die ganze Zeit über meinen Standort und hätte Hilfe holen können, wenn die Situation außer Kontrolle geraten wäre.

Was macht für Sie persönlich guten Journalismus aus?

Tiefe Recherche und gutes Erzählen. Beides braucht Zeit. Und die Orte im Journalismus, an denen man die bekommt, werden seltener. Deswegen sind Förderungen wie die des BDZV so wichtig.

 

Diese Seite teilen