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Welche Krise?

Von Anja Pasquay, BDZV 

„Finanzkrise“ lautet das Wort des Jahres 2008. Und jede Menge anderer Krisen könnten sich gleich dahinter einreihen, von der Wirtschafts- bis zur Parteienkrise. Dem K-Wort entkommt in diesen Tagen und Wochen niemand. Nicht einmal die Karikaturisten. Dabei heißt es doch, in K-Zeiten nehme der Humor Aufschwung, wenigsten der!

 

Die bange Frage, ob die Krise in der Karikatur - wie sie sich in der aktuellen Rückblende beispielsweise als haushohe Schuldenwelle oder zu Tellerwäschern degradierten Lehman-Brothers zeigt - zu einer Krise der Karikatur führt, weil auch Zeitungen und Zeitschriften von den K-Folgen nicht unberührt bleiben, ist guten Gewissens mit Nein! zu beantworten. Dazu gibt es in der kleinen, feinen Bruderschaft der Karikaturisten (der auch einige wenige Schwestern angehören) zu viele, zu viele gute und individuelle Talente. Was sich mit der nunmehr 25. Ausrichtung der Rückblende einmal mehr am Objekt selbst beweisen lässt.

 

Wäre noch zu klären, wie man in der momentanen K-Situation Karikaturist bleibt? Kleine Blitzumfrage unter den Profis: „Indem man sich die Freude am täglichen Wahnsinn nicht nehmen lässt … und indem man nicht allzu oft Mohammed-Karikaturen fabriziert.“ (Nel) „Indem man den nötigen Biss aufbringt, anfängliche Hungerperioden übersteht und versucht, heute besser zu sein als gestern.“ (Jürgen Janson) „Ich wurde in Ermangelung sämtlicher anderer Talente Karikaturist. Aufgrund der fortwährenden Bestätigung dieser Tatsache blieb ich Karikaturist.“ (Andreas Prüstel) „Wir werden uns den sich wandelnden Rahmenbedingungen anpassen und mit weniger Publizität rechnen müssen; dennoch glaube ich an die Zukunft der Zunft!“ (Burkhard Mohr) „Angesichts der KRISE bleibt man Karikaturist, da man mangels anderer sonstiger Kompetenzen keine Alternative hat. Also schluckt man täglich vor dem Zeichnen Beruhigungsmittel, um das Zittern der rechten Hand zu unterdrücken.“ (Heiko Sakurai) „Vor zehn, zwanzig Jahren war es einfacher, über Honorare zu verhandeln, und das Internet macht die Sache auch nicht leichter. Aber es gibt eine Infrastruktur, die mich trägt, toi, toi, toi.“ (Burkhard Frische) „Ich habe meinen Braintrust in Hartz IV geschickt und mir Ideen-Zulieferer in China verpflichtet. Die sind viel billiger und absolute Profis im Plagiieren. Ich werde meinen Strich verknappen und meine Zeichenfedern länger nutzen, auch wenn sie dann ziemlich stumpf sind. Sollte mich die Pleitewelle dennoch erfassen, zahle ich mir eine saftige Abfindung und verzichte auf mich.“ (Barbara Henniger)