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02. Mai 2018 |

„Mit einem wahrhaften Journalismus für jedermann möchten wir Demokratie in der Türkei unterstützen“

Bülent Mumay, Redaktionsleiter „Cumhuriyet.com“, im Kurz-Interview zur Situation der türkischen Zeitung und den dringendsten Herausforderungen.

Frage: Was macht das Besondere von „Cumhuriyet“ in der türkischen Medienlandschaft aus?
Mumay: Die Tageszeitung „Cumhuriyet“ (was übersetzt „Republik“ bedeutet) ist die einzige relevante, unabhängige Zeitung in der Türkei ohne etwaige Verbindungen zur Wirtschaft oder einer politischen Partei. Unsere Zeitung hat eine lange journalistische Tradition und kooperiert weltweit mit angesehenen journalistischen Netzwerken. Sie war im Übrigen das einzige Medium, das sich in der Türkei getraut hat, die so genannten Panama-Papers zu veröffentlichen. Trotz der Verhaftung von 20 Mitarbeitern aus unserem Haus bleiben wir unserer unabhängigen und mutigen redaktionellen Linie treu.

Frage: Worin liegen die aktuellen Probleme für Ihre Zeitung?
Mumay: Eine nachhaltige Refinanzierung ist unser größtes Problem. Werbungtreibende halten sich aus Angst vor staatlichem Druck zurück. Zusätzlich kommen wir im Zeitungsvertrieb in Schwierigkeiten, seitdem die Dogan-Mediengruppe, mit der wir bislang beim Druck und Vertrieb kooperieren konnten, an eine staatsnahe Holding verkauft wurde.

Frage: Wie könnten die Probleme gelöst werden?
Mumay: Wir sind keine Zeitung für die politische Opposition; wir sind politisch nach allen Seiten unabhängig und verstehen uns als Stimme im nationalen Interesse. Wir stehen dazu, dass unsere Zeitung sozialdemokratischen Werten folgt. Hasspredigten und Seilschaften finden auf unseren Seiten keinen Platz. Mit einem wahrhaften Journalismus für jedermann möchten wir Demokratie in der Türkei unterstützen. Um wirtschaftlich nachhaltig publizieren zu können, brauchen wir mehr Reichweite und müssen unsere Produkte verbessern. Ganz entscheidend wird es sein, dass wir mit neuen Angeboten vor allem bei den jungen Lesern erfolgreicher werden. Um die nötigen Investitionen tätigen zu können, brauchen wir jedoch finanzielle Unterstützung. Damit könnten wir vor allem zielstrebig ein englischsprachiges Onlineportal mit unseren Berichten und Kommentaren aus der Türkei aufbauen.

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