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06. Februar 2004 | Pressemitteilungen

Zeitungsverleger erwarten baldigen Fortschritt bei Tarifverhandlungen

BDZV kritisiert Protestaktionen der Gewerkschaften

Berlin, 6. Februar 2004

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erwartet baldige Fortschritte bei den Tarifverhandlungen für Redakteure. „Wir haben festgestellt, dass die Gewerkschaftsseite bei der jüngsten Verhandlungsrunde erstmals deutlicher anerkannt hat, wie schwierig die wirtschaftliche Lage der Zeitungen tatsächlich ist“, erklärte BDZV-Verhandlungsführer Werner Hundhausen. Von Gewerkschaftsseite habe es auch erste Signale gegeben, über langfristig wirkende Veränderungen zu verhandeln. Auf dieser Grundlage habe der BDZV seine Vorstellungen für einen möglichen Tarifabschluss modifiziert und eine Paketlösung vorgeschlagen. „Leider waren DJV und ver.di nicht in der Lage, einen Abschluss zu Stande zu bringen“, so Hundhausen. Allerdings hofften die Zeitungsverleger, dass in der nächsten Runde ein Abschluss erreicht werde. Zu der möglichen Paketlösung zählen Urlaubsgeld, Urlaubsdauer, Urheberrecht, Öffnungsklausel sowie die Gehaltsfrage. Die Zeitungsverleger könnten sich vorstellen, dass das Urlaubsgeld auf 80 Prozent eines Monatsgehalts angepasst wird, die Urlaubsdauer für Redakteure soll künftig bei 30 Tagen liegen; ab dem 50. Lebensjahr gibt es zwei zusätzliche Urlaubstage. Der neue Gehaltstarifvertrag sollte eine Laufzeit von zwei Jahren haben. Für die ersten zwölf Monate gäbe es keine Gehaltsanhebung (rückwirkend bis 1. August 2003), für das zweite Jahr wäre eine Gehaltsanhebung – etwa um ein Prozent – verhandelbar.

 

Der BDZV machte deutlich, dass die Themen Arbeitszeit und Berufsjahrestaffel einer Einigung nicht im Wege stehen. Allerdings müsse auch klar sein, dass die bisherige Berufsjahrestaffel „keine große Zukunft mehr haben kann“, so Werner Hundhausen. Verleger und Gewerkschaften seien aufgerufen, jenseits der laufenden Tarifrunde neue Modelle für klügere und gerechtere Vergütungssysteme zu entwickeln.

 

Scharfe Kritik übte der BDZV nicht nur daran, dass die Gewerkschaften angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation der Zeitungsbranche im Zusammenhang mit einem tariflichen Neuabschluss weiterhin an 35 Urlaubstagen und 14 Gehältern für Redakteure festhalten, sondern auch an einzelnen Protestaktionen: Es sei zynisch, wenn ver.di mittlerweile die Leser dazu aufrufe, ihr Zeitungsabonnement zeitweise abzubestellen. Außerdem sei es eine Verunglimpfung des eigenen Berufsstandes, wenn DJV und ver.di in öffentlichen Verlautbarungen erklärten, wie schlecht es um die Qualität der Zeitungen bestellt sei. Wer auf so üble Art Stimmungsmache betreibe, der säge an dem Ast, auf dem er sitze, so der BDZV. Jeder wisse, dass das Qualitätsniveau der Zeitungen in Deutschland noch nie so hoch war wie heute. Außerdem sei die Qualität der deutschen Zeitungen im internationalen Vergleich herausragend.

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