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27. Oktober 1999 | Allgemeines

Zeitungskongress '99 Große Erwartungen an die Politik, internationale Marketingstrategien, Online-Kooperationen

Rund 600 Teilnehmer aus Verlagen, Politik, Wirtschaft und Kultur

Der BDZV hat baldige Änderungen an den Regelung für 630-Mark-Jobs und zur Scheinselbstständigkeit gefordert. "Korrekturen der Gesetze sind dringend überfällig", sagte BDZV-Vizepräsident Helmut Heinen anlässlich der Eröffnungsveranstaltung beim zweitägigen Zeitungskongress '99 in Berlin am 18. Oktober. Dies gehöre zu den Rahmenbedingungen, die die Presse von der Politik erwarte.

Der Kanzler machte deutlich, dass es bei der 630-Mark-Regelung allenfalls Korrekturen an möglicherweise zu bürokratischen Verfahren geben werde. Er sehe keinen Weg, die Besteuerung von 630-Mark-Tätigkeiten im Nebenberuf rückgängig zu machen. Der Nebenjobber könne "nicht anders behandelt werden als jemand, der Überstunden bei seinem eigenen Betrieb" leiste. Deutlichere Änderungen stellte der Kanzler beim Gesetz zur besseren Erfassung von Scheinselbstständigkeit in Aussicht.

Im Anschluss sprach Hans-Olaf Henkel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, über den "Standort Deutschland". Statt einer angeblichen sozialen Schieflage gebe es eine Schieflage bei der Mehrbelastung der deutschen Wirtschaft gegenüber der Bevölkerung. Die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, analysierte die Ursachen des politischen Unmuts in der deutschen Bevölkerung. Beim festlichen Abendessen hieß der Regierende Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen, die Zeitungsverleger in der alten und neuen Hauptstadt herzlich Willkommen. Der Zeitungskongress erzielte mit fast 600 Gästen aus Verlagen, Politik, Wirtschaft und Kultur am Eröffnungstag einen Teilnehmerrekord.

Am zweiten Kongresstag sprachen Experten aus den USA, Großbritannien und Belgien sowie drei Vertreter deutscher Zeitungen über "Neue Strategien für veränderte Märkte". Einen Überblick über internationale Entwicklungen im Zeitungsmarketing vermittelte der amerikanische Zeitungsspezialist Earl J. Wilkinson, Chef der internationalen Zeitungsmarketing Organisation INMA. "Während sich Zeitungen von einem überlebenswichtigen Muss-Produkt zu einem Kann-Produkt speziell für die Freizeit hinbewegen, reagiert der Zeitungsverkauf immer empfindlicher auf wirtschaftliche Einflüsse", sagte Wilkinson und empfahl den Verlegern, das Internet keineswegs als Bedrohung, sondern vielmehr als Chance zu begreifen. Zeitungsverlage hätten mit ihrer Kompetenz die Möglichkeit, sich mit dem Internet rund um die Marke des eigenen Blatts in Medienunternehmen mit vielfältigen Angeboten zu verwandeln.

In einer abschließenden Erklärung bekräftigten die deutschen Zeitungsverleger, dass sie ihre Rubriken-Anzeigen im Internet gemeinsam vermarkten wollen. Die jeweils individuellen Online-Engagements sowie lokale und regionale Kooperationen bleiben davon unberührt. Dazu soll in wenigen Monaten ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das allen 355 wirtschaftlich selbstständigen Zeitungsunternehmen offensteht. Die beim Kongress gehaltenen Reden sind auf der Homepage des BDZV (www.bdzv.de) nachzulesen.

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