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19. Oktober 2000 | Allgemeines

Zeitungen sollen zu Zivilcourage ermuntern

BDZV-Präsident Helmut Heinen eröffnet Zeitungskongress in Mainz

Zeitungen sollen die Bundesbürger zu Zivilcourage ermuntern. Dazu rief BDZV-Präsident Helmut Heinen anlässlich des Zeitungskongresses auf. Angesichts der Bedrohung durch einen neuen Extremismus müssten die Zeitungen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.

"Sie tun das nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger, sondern mit den spezifischen Möglichkeiten des Mediums - durch sachliche Information ohne Emotionalisierung und ohne jede Einseitigkeit", sagte Heinen. Er erinnerte daran, dass die Zeitungen in Deutschland sich bereits vor einigen Jahren in einer Gemeinschaftsaktion gegen jede Art von Fremdenhass engagiert hätten.

In seiner Rede erklärte Heinen, dass die Zeitungen trotz zunehmender Internetnutzung und einer unaufhaltsamen Ausbreitung des Fernsehens das wichtigste Informationsmedium der Bevölkerung und der stärkste Werbeträger seien. Diese Bilanz strafe die Propheten des Untergangs des gedruckten Wortes Lügen. Aber die Leistungsdaten dürften die Branche nicht selbstzufrieden machen. Der BDZV-Präsident forderte eine Qualitätsoffensive: Die günstige Marktentwicklung solle eine Ermunterung zu noch größerer Kreativität und Flexibilität sein. Vor allem müsse noch mehr getan werden, um die Jugend als Dauerleser zu gewinnen.

Heinen verwies darauf, dass die wirtschaftliche Position der Zeitungen gut sei. Die Auflagen seien vergleichsweise stabil geblieben, überregionale Blätter hätten sogar etwas zulegen können. Diese Stabilisierung sei aber, wie auch das Anzeigenaufkommen, "nicht gottgegeben". Die positiven Marktdaten verdanke die Branche den großen Anstrengungen in den Unternehmen, aber auch einem durch unternehmerischen Aufbruchsgeist, besonders in den Technologiebranchen, bestimmten günstigen Wirtschaftsverlauf.

In der zunehmenden Verbreitung der elektronischen Medien sieht der BDZV-Präsident keine Bedrohung. Das Fernsehen habe die Leselust der aufgeweckten Bevölkerungsschichten mit seiner durchschnittlichen Einschaltdauer von dreieinhalb Stunden beeinträchtigen, aber nicht substanziell angreifen können. Durch die Entwicklung des Internets sei erneut Wasser auf der Mühlen der Unheilspropheten gegossen worden, sagte Heinen. Doch noch wisse niemand, wie sich das Netz entwickeln werde, bisher gebe es nur Hypothesen. "Eine für uns positive Hypothese könnte sein, dass das Internet einem bestimmten Nutzerkreis wieder Appetit auf die Zeitung macht." Angesichts der Flut an Informationsbruchstücken, die sich im Netz nur schwer kanalisieren lasse, werde die Fähigkeit des gedruckten Mediums, Zusammenhänge herzustellen, auch für intelligente Surfer interessant. Allerdings müssten die Verlage ihre Stärken - informieren, interpretieren, erklären, Hintergründe liefern - auch im Internet ausspielen, forderte Heinen.

Mit Besorgnis reagiert der BDZV auf Versuche, wichtige Märkte zu regulieren. "Die Verleger der deutschen Zeitungen sind der Bundesregierung dankbar, dass sie das von der Europäischen Union initiierte Tabakwerbeverbot nicht hingenommen hat", betonte Heinen. Allerdings gebe es weiter Bestrebungen, Tabakwerbung für Zeitungen und Zeitschriften zu untersagen. Dabei wollten die Zeitungen keineswegs als Propagandainstrumente der Tabakindustrie auftreten, doch gehe es um mehr als Tabakwerbung, nämlich um die Mündigkeit der Bürger, die Freiheit der Kommunikation und "in letzter Konsequenz auch die Vielfalt der Presse in Europa und damit verbunden Hunderttausende von sicheren Arbeitsplätzen."

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