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09. Juli 2004 | Allgemeines

World Press Trends mit 208 Länderreports

EU-Neumitglieder stabilisieren europäischen Zeitungsmarkt

Die Entwicklung an den Zeitungsmärkten in Europa, Japan und den USA hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nicht wesentlich verändert: Einmal mehr verloren die Tageszeitungen an Auflage.

Im Fünfjahresvergleich sanken beispielsweise in den USA die Auflagen von knapp 56 Millionen Exemplaren täglich auf knapp 55,2 Millionen; in Japan gingen sie um 1,9 Millionen Exemplare von 72,2 Millionen auf 70,3 Millionen zurück; in der Europäischen Union fiel das Minus erstmals weniger stark aus, hier werden 88,6 Millionen Exemplare verkauft. 1999 waren es 88,7 Millionen (-0,14 Prozent). An dieser stabilen Situation sind insbesondere die am ersten Mai hinzugetretenen neuen EU-Mitglieder beteiligt, bei denen es zwischen 1999 und 2003 einen Zuwachs um 2,1 Prozent gab, auch in den „etablierten“ Mitgliedsstaaten war das Minus von 0,37 Prozent gleichwohl vergleichsweise geringer als in den USA und Japan. Verändert hat sich auch die Zahl der erschienenen Titel: In den vergangenen fünf Jahren ging sie um 27 in den USA zurück (2003: 1.456 Tageszeitungen), Japan verlor vier Zeitungen und verfügt nun noch über 105 Titel, in Europa kamen – wieder allein aufgrund der neuen Mitglieder – 39 Titel hinzu, hier erscheinen nun 1.350 Tageszeitungen.

 

Zum 15. Mal hat der Weltverband der Zeitungen (WAN) in seiner gemeinsam mit Zenith Optimedia veröffentlichten Broschüre „World Press Trends 2004“ die Veränderungen am Zeitungsmarkt weltweit dokumentiert. Dabei werden in 208 zum Teil mehrseitigen Länderreports nicht nur die nationalen Zeitungsmärkte dargestellt, auch ein Gesamtüberblick über Tageszeitungen, Sonntagszeitungen, Anzeigenblätter, Online-Angebote der Zeitungen oder Trends beim Zeitungsdruckpapier ist enthalten. Die Länderreports reichen von A wie Afghanistan bis Z wie Zimbabwe und werden durch teils ausführliche Kommentare ergänzt. Dazu benutzt der WAN seit 1998 die UNESCO-Definition für „Zeitung“, um eine weitere Standardisierung zu ermöglichen und so internationale Vergleichbarkeit zu schaffen. Gemäß dieser Definition sind Tageszeitungen solche Blätter, die mindestens viermal in der Woche erscheinen; Sonntagszeitungen werden ausschließlich am Sonntag veröffentlicht; und Blätter mit einer Erscheinungsweise von dreimal pro Woche oder weniger gelten nicht als Tageszeitung (non-daily newspapers).

 

Laut „World Press Trends“ gab es 2003 beispielsweise in Australien 47 Tageszeitungen, in Brasilien 529, in Kanada 102, sechs in der Mongolei, 449 in Russland und 63 in der Türkei. Pro 1.000 Einwohner werden in Island 706 Zeitungsexemplare verkauft, in Japan 647, in der Ukraine 272, in den USA 263, 152 auf Mauritius, 70 in Rumänien, 67 in Griechenland, 42 in Ägypten und 14 in Kenia. Das Schlusslicht bildet Tansania mit drei Zeitungen pro 1.000 Einwohner. Sonntagszeitungen sind nach Zahl und Auflage traditionell eine Domäne der angelsächsischen Länder. So kommen in Irland 443 Exemplare auf 1.000 Einwohner, im Vereinigten Königreich 312, 279 in den USA und 233 in Australien. In der Spitzengruppe steht auch Singapur mit 345 Sonntagszeitungen pro 1.000 Einwohner. Dabei können die Amerikaner unter 917 verschiedenen Titeln auswählen, die Engländer unter 22. In der Europäischen Union sind nach Iren und Engländern die Griechen die eifrigsten Sonntagszeitungsleser mit 97 Exemplaren pro 1.000 Einwohner. Sie können dabei unter 23 Titeln auswählen (zum Vergleich: in Deutschland sind es sieben).

 

Die vier Zeitungen mit der größten Auflage weltweit stammen alle aus Japan, allein „Jomiuri Shimbun“ verkauft täglich gut 14 Millionen Exemplare. An Platz fünf folgt schon die „Bild“-Zeitung, an Platz sieben „The Sun“ (Vereinigtes Königreich) und „USA Today“ an Platz zehn. Die sechst- und achtgrößte Zeitung wiederum kommen aus Japan, wie Japan auch mit 20 Titeln unter den 100 größten Zeitungen der Welt Platz eins belegt.

 

Ein weiteres Kapitel der „World Press Trends“ ist dem schnellen Überblick über Umsatzsteuerraten, andere Steuern Besitzverhältnisse, reduzierte Post- und Telefoniepreisen sowie direkte Subventionen gewidmet. So werden Zeitungen beispielsweise auf Zypern, in Tschechien, Frankreich, Island, Italien, Portugal, Spanien und der Schweiz zu reduzierten Preisen von der Post zugestellt. Direkte Subventionen an Zeitungen in der Europäischen Union gab es beispielsweise 2003 in Österreich, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Norwegen, Portugal und Schweden.

 

Die „World Press Trends“ sind eine Fundgrube für jeden, der sich auf internationaler Basis mit Zeitungen und Zeitungsstatistik beschäftigt. Im Mehrjahresvergleich lauern hier allerdings Tücken, denn Zahlenausschläge nach unten oder oben werden nicht begründet und unterliegen damit immer einem gewissen Zweifel. Auch haben die Herausgeber Zenith Opimedia in einigen Fällen geschätzt, wo noch kein zuverlässiges Datenmaterial vorlag. So kam es beispielsweise für das Jahr 2003 am deutschen Zeitungsmarkt zu geschätzten Zuwächsen von 2,8 Prozent. Tatsächlich haben die Tageszeitungen jedoch –10,1 Prozent verloren. Die 400 Seiten starke Broschüre im DIN A4-Format (in englischer Sprache) kostet für WAN-Mitgliedszeitungen 215 Euro (Bibliotheken 135 Euro, Journalistenschulen 100 Euro) und kann bezogen werden über: WAN, 7 Rue Geoffroy St. Hilaire, 75005 Paris, Frankreich. Telefon: (33-1) 47 42 85 00, Fax: (33-1) 47 42 49 48, E-Mail contact_us@wan.asso.fr.

 

Internet: www.wan-press.org

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