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24. Oktober 2001 | Allgemeines

Vielfalt der Ressorts/Deutlicher Lokalbezug/Klare Rubrizierung

Klaus Schönbach über Erfolgsfaktoren bei Tageszeitungen

Zeitungen sind nicht nur deshalb erfolgreich, weil sie schön aussehen. Auch die Qualität der Inhalte und nicht zuletzt ein gutes Marketing sind Garanten des Leserzuspruchs, fasste der in Amsterdam lehrende Medienwissenschaftler Klaus Schönbach seine Befunde zusammen, welche Faktoren eine Tageszeitung optimieren.

Schönbach hatte in Deutschland, Schweden und den USA seit Mitte der 80er Jahre in mehreren Wellen Hunderte lokaler und regionaler Ausgaben ausgewertet und ihre Entwicklung am jeweiligen Markt verfolgt. Bereits in einer ersten Studie über den deutschen Zeitungsmarkt, die Schönbach 1997 beim BDZV veröffentlicht hatte, waren „Vielfalt der Ressorts“, „deutlicher Lokalbezug“ und „klare Rubrizierung“ als wünschenswerte Merkmale für erfolgreiche Zeitungen herausgearbeitet worden. Im aktuellen Vergleich mit den USA zeigte sich nun, dass in Deutschland beispielsweise die Zahl der Beiträge auf der Titelseite von damals durchschnittlich 13 abgenommen hat; dagegen ging die Zahl in den USA von damals durchschnittlich fünf aufwärts. Als „gesundes Mittelmaß“ bezeichnete Schönbach etwa acht Artikel auf der Titelseite als dem „Schaufenster für aktuelle News“.

 

Anders als Garcia sieht der Wissenschaftler in den USA eine eher erfolgreiche Tendenz bei mehreren Fotos auf der Titelseite; in Deutschland dagegen scheinen sich „bessere Erschließbarkeit“ auszuzahlen. Auch gebe es in den USA im Lokalteil den Trend zu weniger Verbrechensmeldungen und mehr Berichten über „gemeinschaftliches Leben“ (Public Journalism).

 

Schönbach betonte, dass die in den 90er Jahren aufgestellten Rezepte – mit einigen Differenzierungen – nach wie vor gelten: Von den Lesern eindeutig gewünscht werde eine klare Strukturierung der Zeitung mit mehr und klar abgesetzten Büchern; ein verstärkter Einsatz von Kästen; eine konstante Ressortabfolge; etwas mehr Farbeinsatz – insbesondere der jeweiligen „Hausfarbe“ der Zeitung; ein luftiges Layout mit viel Weißraum. Auch die Betonung des Lokalen ist der Untersuchung zufolge noch wichtiger geworden.

 

Mit Blick auf die immer wieder aufgeworfene Frage, wie sich denn auch Jugendliche noch besser mit der Zeitung erreichen lassen könnten, erklärte Schönbach überzeugt: „Junge Leser wollen eine Zeitung, die wie eine Zeitung aussieht – und nichts anderes.“

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