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16. September 2004 | Allgemeines

Theodor-Wolff-Preis Hermann Neusser: Informantenschutz muss auch in Zukunft gewahrt bleiben

Mehr als 250 Gäste beim Festakt in Berlin

„Verleger und Journalisten begrüßen gleichermaßen, dass die Bundesjustizministerin den Gesetzentwurf zum so genannten Großen Lauschangriff korrigiert hat“, erklärte der Vorsitzende des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis und Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, Hermann Neusser, am 14. September 2004 in Berlin. Anlässlich der feierlichen Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis machte Neusser in der Ullstein-Halle seine Hoffnung deutlich, dass damit der Schutz des Informanten auch in Zukunft gewahrt bleibe.

Mehr als 250 Gäste – Verleger, Verlagsmanager, Vertreter aus Politik, Kultur und Wirtschaft – waren der Einladung des BDZV und des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis gefolgt.

 

Es wäre fatal gewesen, wenn die ursprünglichen Pläne der Justizministerin tatsächlich in einem Gesetzentwurf gemündet hätten, sagte Neusser weiter. Damit wären Abhöraktionen auch bei Journalisten ermöglicht worden. Informanten wären nicht mehr sicher gewesen, ob vertrauliche Gespräche belauscht worden wären. Neusser machte zugleich klar, dass die Medien selbst „nicht von der Pflicht zur kritischen Reflektion ihrer Arbeit entbunden“ seien. Das Grundgesetz beginne mit dem Schutz des Individuums: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Dieser Schutz der Menschenwürde beginne schon bei der Sprache. Denn wie leicht werde, warnte Neusser, die Würde eines Menschen verletzt, wenn Personalisierung zum absoluten Handlungsprinzip erhoben wird. Um Verfehlungen der Presse, die es bei dieser Gratwanderung zweifellos auch immer gebe, zu ahnden, bedürfe es nicht des Staates, betonte der Verleger des Bonner „General-Anzeigers“ nicht zuletzt mit Blick auf das so genannte Caroline-Urteil. Dafür haben „wir eine Rechtsprechung und außerdem das Prinzip der freiwilligen Selbstkontrolle in Form des Deutschen Presserats“.

 

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Dr. Mathias Döpfner, würdigte den Namensgeber des Preises, Theodor Wolff, als einen „Leuchtturm“ unter den Journalisten der Weimarer Republik. 147 Zeitungen habe es seinerzeit in Berlin gegeben, die beste unter ihnen sei die des Chefredakteurs des „Berliner Tageblatts“ gewesen. „Was hier mal war...“ beschwor Döpfner den genius loci zwischen Axel Springer Hochhaus, taz, Burda und dem Haus der Presse. „Wir sind wieder ein Zeitungsviertel, auch ein sehr lebendiges.“

 

Fünf Journalisten wurden in Berlin mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet: Den mit 6.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie „Leitartikel/Kommentar/Essay“ hat die Jury Jochen Martin Gutsch für seinen Beitrag „Zukunft ist für alle gut“ („Berliner Zeitung“) zuerkannt. Die mit ebenfalls 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Allgemeines“ erhalten Andreas Böhm für ihren Artikel „Die verratenen Brüder“ („Die Zeit“, Hamburg) und Thomas Delekat für seinen Beitrag „Daddy! I love you” (“Die Welt”, Berlin). In der Kategorie Lokales wurden Barbara Hardinghaus für ihren Beitrag „Treffpunkt Ohlsdorf“ im „Hamburger Abendblatt“ und Stefani Geilhausen für ihre Reportage „Die Witwe sagt: Es ist Schicksal“ in der „Rheinischen Post“ (Düsseldorf) ausgezeichnet.

 

Anlässlich der Preisverleihung, für die die Axel Springer AG die Gastgeberrolle übernommen hatte, las der Schauspieler Mario Adorf aus seiner vor kurzem erschienenen Biografie „Himmel und Erde“ sowie Texte von Mark Twain und Egon Friedell.

 

Der renommierteste deutsche Journalistenpreis ist nach dem ehemaligen Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff, benannt und wird jährlich vom BDZV verliehen. An der Ausschreibung hatten sich 359 Journalisten beteiligt.

 

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis 2004 gehören an: Gernot Facius (Autor „Die Welt“, Berlin), Dr. Wilm Herlyn (Chefredakteur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), Stefan Richter (Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Rheinische Post“, Düsseldorf), Dr. Klaus Rost (Chefredakteur „Märkische Allgemeine“, Potsdam), Werner Schwarzwälder (Chefredakteur „Südkurier“, Konstanz), Jost Springensguth (Chefredakteur „Kölnische Rundschau“), sowie Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur „Berliner Zeitung“).

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