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30. April 2019 | Namen und Nachrichten

Theodor-Wolff-Preis: Die Nominierten im Interview

AndrianKreyeFotoJakobBerr_klein.jpgAnfang April hat die Jury für den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis 13 Texte als preiswürdig nominiert (BDZV Intern berichtete). In der Folge haben wir die Autorinnen und Autoren gebeten, uns einige Fragen zu ihrer Arbeit zu beantworten. Hier antwortet Andrian Kreye, Ressortleiter Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“ (München). Mehr von den Nominierten finden Sie bei Facebook hier https://www.facebook.com/TheodorWolffPreis/ und in Kürze auch auf bei https://www.bdzv.de/twp/.


1. Wie entstand die Idee zu Ihrem Beitrag und wie haben Sie recherchiert?

Digitale Kultur war mir als Journalist immer wichtig, weil sie sich nicht nur die Technologie verändert, sondern auch das tägliche Leben, die Politik, die Wirtschaft und die traditionellen Kulturen. Künstliche Intelligenz (KI) war da lange nur ein Nischenthema, weil es weder die Speicherplätze, noch die Rechnergeschwindigkeiten gab, mit der KI wirklich funktioniert. Ganz zu schweigen von der Robotik, mit der KI den Sprung aus den Rechnern in die reale Welt schafft. Auf den Ideenfestivals der Ted Conference, die auch immer ein Gipfeltreffen der digitalen Vorreiter sind, war in den vergangenen zwei Jahren zu beobachten, dass KI gerade eine kritische Masse erreicht, die aus dem Forschungsgebiet eine Massentechnologie macht. Mir wurde dort klar, dass hier eine neue Phase der Digitalisierung beginnt, die unser Leben noch viel gewaltiger verändern wird als das Internet. 
 
2. Vor welchen Herausforderungen standen Sie dabei?

KI ist ein sehr vorbelastetes Debattenthema. Vor allem, weil Euphoriker und Apokalyptiker da Dinge in die Welt setzen, die wenig mit dem Stand der Technik und den Möglichkeiten in der Zukunft zu tun haben. Diese Debatte muss man als Journalist erst einmal abkühlen. Wir werden mit KI keine Superwesen schaffen. Und die Welt wird auch nicht untergehen. Gleichzeitig musste ich vermitteln, dass da trotzdem etwas Weltbewegendes entsteht.  Es gibt ja durchaus große Gefahren. Und Möglichkeiten. Außerdem stellt diese Technologie uns Menschen vor ganz neue Fragen. Auch zu uns selbst. Die Schwierigkeit war es deswegen, Beispiele zu finden, mit denen man aus einem abstrakten Thema eine nachvollziehbare Reportage machen kann. Wie zum Beispiel mit dem KI-Projekt im Vatikan, bei dem man beobachten kann, wie mühsam die Entwicklung noch ist. Oder mit dem KI-Baukasten aus Texas, der zeigt, was da schon sehr bald möglich sein wird.

3. Von wem und/oder wie wurden Sie dabei unterstützt?

Meine Redaktion hat mich bei dem Thema immer sehr unterstützt. Zum einen, weil die Kolleginnen und Kollegen mich immer ermuntert haben, dran zu bleiben. Zum anderen, weil sie mich immer wieder vor Berufsblindheiten bewahrt haben. Dann ist da noch das Team der Ted Conference, die in Amerika eine gemeinnützige Organisation ist. Denen geht es vor allem um die Ideen, die sie da vorstellen, die haben mich immer wieder mit Leuten zusammengebracht, die sehr viel vom Thema verstehen. Die Schlüsselfigur war sicher der Wissenschaftsimpresario John Brockman. Der hat mir nicht nur sein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Autoren geöffnet, sondern auch als erster erkannt, dass künstliche Intelligenz eines der großen Themen unserer Zeit ist.

4. Was macht für Sie persönlich guten Journalismus aus?

Neugier halte ich für den wichtigsten Motor unserer Arbeit. Und natürlich eine Genauigkeit in der Recherche, der Spaß, so zu formulieren, dass ein Textfluss in Gang kommt. Außerdem die Bereitschaft, alles zu jeder Zeit in Frage zu stellen. Auch sich selbst.

5. Was braucht ein herausragender Artikel?

Klarheit. Unabhängigkeit. Und einen Sprachrhythmus, der Leserinnen und Leser so ins Thema zieht, dass der Funke der Neugier vom ersten Absatz an überspringen kann.

6. Was erwarten Sie von der Preisverleihung am 26. Juni in Berlin?

Eine grandiose Feier. Und wenn so viele herausragende Autoren zusammenkommen, einen ebensolchen Austausch über den Stand der Dinge im Journalismus. Da gibt es ja immer etwas und vor allem immer mehr zu bereden.

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