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24. Juni 2005 | Allgemeines

Texte, Bilder, Töne – auf allen Kanälen zum Nutzer

"Zeitung Online 2005" mit Rekordbeteiligung / Erfolg mit Crossmedia-Anzeigen

Die Zeitungsbranche geht im Multimediabereich derzeit durch ein Wechselbad. Neue Wettbewerber drängen in das ohnehin umkämpfte Rubrikengeschäft – doch die Zeitungen überlassen eBay und Konsorten nicht das Feld. Sie steuern mit eigenen Konzepten gegen. Redaktionell könnte sich die Mischung aus Google und dem neu aufgekommenen Bürgerjournalismus nach Auffassung von Keynote-Speaker Horst Pirker, CEO der Styria Medien AG und Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen, als "Giftmischung" erweisen. Beispiele aus Düsseldorf und den USA zeigen dagegen, dass Zeitungen das Phänomen der Weblogs auch für sich arbeiten lassen können.

Mehr als 180 Teilnehmer fanden ihren Weg nach Berlin zur "Zeitung Online 2005", der Multimedia-Konferenz von BDZV und Ifra. "Rekordbeteiligung", wie Ifra-CEO Rainer Mittelbach stolz vermerkte. Dr. Richard Rebmann, Vizepräsident des BDZV und Verleger des „Schwarzwälder Boten“, verwies in seiner Begrüßungsrede auf das gute Abschneiden der Online-Angebote der deutschen Zeitungen bei der neuen Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF). Hier dürften sich die Verlage jedoch nicht auf ihrem Lorbeer ausruhen. BDZV und ZMG arbeiteten an einem Beteiligungsmodell, um die Zeitungen als Branche in diesem Gremium vertreten zu sehen. Rebmann: "Das wird Geld kosten, ist aber eine unverzichtbare Investition in die Zukunft."

 

Multimedia: Display-Größe als ausschlaggebender Faktor

 

Das Themenspektrum deckte ein breites Feld ab: crossmediale Anzeigenverkäufe, Rubrikenmärkte, Geld verdienen mit einem Online-Only-Angebot, Nutzerregistrierung, Rubrikanzeigen und lokale Suche. Wie ein roter Faden zog sich das Thema mobile Inhalte durch die Präsentationen: "Wir brauchen keine Unterscheidung nach Mediengattung mehr. Die Gerätebezeichnung wird irrelevant. Das eigentliche Unterscheidungsmerkmal ist die Größe des Displays, auf dem Inhalte angezeigt werden", erläuterte Pirker.

Dass Zeitungen ihre Nutzer mit Texten, Tönen und Bildern erreichen müssen, ganz egal, wo sich diese befinden, betonte auch Lars Erik Torjussen, Adm. Direktor bei Fædrelandsvennen AS aus Kristiansand im Süden Norwegens. Die zu dem regionalen Unternehmen gehörenden Zeitungen, Anzeigenblätter, Lokal-TV-, Radio-, und Online-Angebote ermöglichten im März bei einem Tankerunglück vor der Küste eine umfassende und schnelle multimediale Berichterstattung auf allen Kanälen, inklusive Mobiltelefon.

Lokale Nachrichten können Zeitungsverlage aber auch in Deutschland ihren Lesern mit wenig Aufwand aufs Handy schicken, sagte Meinolf Ellers, MD der dpa infocom GmbH. Die im von der EU geförderte "MINDS"-Projekt entwickelten mobilen Dienstleistungen für Zeitungen seien mittlerweile marktreif. 12 Verlage sind bereits mit Anwendungen aktiv.

 

Mit "Prosumenten" die eigene Reichweite steigern...

 

"Prosumenten", die Abkürzung für "produktive Konsumenten", die sich durchaus auch an eigene Medieninhalte wagen, prägte die Diskussion vor allem am zweiten Tag. Lisa Stone, freie Unternehmensberaterin aus den USA, riet dazu, "Blogger" mit eigenen Weblogs aktiv in das eigene Internetangebot zu integrieren. So lasse sich mit wenig Aufwand die eigene Reichweite steigern und das inhaltliche Angebot aufwerten.

 

Bei „Opinio“, dem Weblog mit 14-täglich erscheinendem Printmagazin der „Rheinischen Post“, gibt es inzwischen über 800 feste Autoren: "Wir sehen diese nutzergenerierten Inhalte nicht als Konkurrenz zu unserem Journalismus, sondern als Ergänzung", betonte Oliver Bargfeld, Geschäftsführer von RP-Online.

 

Um nationale Werbekunden für crossmediale Anzeigen in „Opinio“ zu begeistern, fehlt bislang noch die Reichweite. Diese hat die OMS und setzt sie im Vorfeld der Fußball-WM für ein Gemeinschaftsprojekt mit den NBRZ-Zeitungen (Nielsen-Ballungsraum-Zeitungen) ein. Auch in kleinerem Maßstab lassen sich Crossmedia und reine Online-Produkte verkaufen. Wie man seinen Außendienst auf Verkaufserfolg trimmt, erklärte Mike Blinder, Präsident des US-Beratungsunternehmens The Blinder Group. Michael Maier, Herausgeber der NZ Netzeitung GmbH, mahnte Professionalität an: "Erfolg in einem Medium können Sie nur haben, wenn Sie das Medium verstehen."

 

Rubrikenmärkte: neue Initiativen gegen neue Wettbewerber

 

Klaus Abele, operativer Geschäftsführer der ISA GmbH & Co. KG in München, präsentierte Markt.de, eine neue Anzeigenplattform im Internet, die ab Sommer dieses Jahres eBay's kijiji und anderen kostenlosen Kleinanzeigen-Community-Websites den Schneid abkaufen soll. Schon zum Start (voraussichtlich September) will sich das neue Portal durch Breite und Tiefe des Angebots vom Wettbewerb abgrenzen. Markt.de wird ein nationales Angebot sein, das von Anfang an in allen Schlüsselregionen präsent ist. Das Anzeigenvolumen zum Start wird von den 30 ISA-Partnerzeitungen und den ISA-Rubrikenportalen zugeliefert. Zusätzlich werden weitere Kooperationspartner eingebunden.

Die Verlagsgruppe Madsack in Hannover versucht mit Rabatten, die mit Online-Buchungen gekoppelt sind, Terrain im Rubrikenbereich zurückzuerobern. Bei den in der Anzeigen Cooperation Nordrhein (ACN) zusammengeschlossenen Verlagen setzt man auf einen gemeinsamen Rubrikenpool. Alle über die Landesverbände angeschlossenen Mitgliedsverlage des BDZV erhalten in Kürze einen Sonderreport zu dieser Veranstaltung.

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