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03. Juli 2007 | Ausland

Schweizer Pressemarkt im Umbruch

Der Schweizer Verlag Tamedia hat das Nachrichtenmagazin "Facts" Ende Juni 2007 eingestellt. In den zwölf Jahren seines Bestehens habe "Facts" lediglich in einem Jahr keinen Verlust geschrieben, teilte der Verlag am 20. Juni in Zürich mit. Das Unternehmen sehe im hart umkämpften Wochenzeitungsmarkt keine Perspektiven für das Nachrichtenmagazin, dessen Auflage zuletzt bei etwa 73.000 Exemplaren lag. Insgesamt würden in Redaktion und Verlag 53 Stellen abgebaut. Der Tamedia Verlag gibt in Zürich den "Tages-Anzeiger", ferner die "Thurgauer Zeitung", das Gratisblatt "heute" und die Pendlerzeitung "20 Minuten" heraus. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat Tamedia ebenfalls im Juni die "Berner Zeitung" übernommen und damit eine 40-prozentige Beteiligung an dem Blatt "Bund" (Bern). Darüber hinaus verkaufte die "Neue Zürcher Zeitung", die bislang zusammen mit der Publi-Groupe 60 Prozent am "Bund" hielt, ihre Beteiligung an Tamedia.

Ebenfalls Ende Juni hat der Schweizer Verlag Ringier die wöchentlich erscheinende Wirtschaftszeitung "Cash" eingestellt. Das Magazin war 1989 gestartet und hatte eine Auflage von rund 60.000 Exemplaren.

Ferner hat die Ringier AG ihre deutschsprachigen TV-Programmzeitschriften "Tele", "TV4" und "TV2" an die zur Axel Springer AG gehörende Jean Frey AG (Zürich) verkauft. Damit publiziert Axel Springer nun insgesamt fünf TV-Zeitschriften in der Schweiz. Mit der Akquisition rückt die Axel Springer AG, wie das Unternehmen am 21. Juni 2007 mitteilte, "zu den führenden Medienhäusern" des Landes auf, und zwar insbesondere im Bereich der Wirtschaftspresse und der Programmzeitschriften. Insgesamt publiziert die Axel Springer AG in der Schweiz 14 Titel. Der Erwerb der TV-Programmzeitschriften steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des deutschen Bundeskartellamts.

Neue Gratiszeitung ".ch"

In- und ausländische Investoren gründen nach Angaben des "Handelsblatts" in Düsseldorf in der Schweiz eine neue große Tageszeitung, die gratis verteilt werden soll. Die erste Ausgabe der bislang ".ch" genannten Zeitung soll bereits Mitte September mit einer "für Schweizer Verhältnisse großen Auflage von mehr als 400.000 Stück" erscheinen. Als Inverstoren namhaft macht das "Handelsblatt" den langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Michael Grabner, der angab, "aber nur ein Miniaktionär" zu sein; ferner den Präsidenten des Hörgeräteherstellers Phonak, Andy Rihs, den Verleger der "Vorarlberger Nachrichten", Eugen Russ, sowie den Unternehmer Hans Ziegler. Initiiert werde das Projekt von Sasha Wigdorovits, der bereits "20 Minuten" in der Schweiz geleitet hat. Neu ist nach Angaben des "Handelsblatts" das Vertriebskonzept: Die Zeitung wird jeden Morgen in die Haushalte in eine eigene Box zugestellt. Ein Großteil der mit knapp 50 Millionen Euro veranschlagten Investitionen werde deswegen in den Vertrieb gesteckt, den eine Firma übernehme, an der zur Hälfte die Schweizer Post beteiligt ist. "Die Verteilung an die Haushalte über die Post ist unser Wettbewerbsvorteil", sagte dazu Grabner, der voraussichtlich auch dem Verwaltungsrat von ".ch" angehören wird.

Wenige Tage später kündigte der Schweizer Verlag Tamedia an, die Auflage seiner Pendlerzeitung "20 Minuten" in der Deutschschweiz um 25 Prozent zu erhöhen. Bis Herbst 2007 soll die Auflage von aktuell 431.000 Exemplaren auf dann 550.000 Exemplare gesteigert werden. Die Pendlerzeitung ist in den Regionen Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich ab etwa acht Uhr verfügbar. Die höhere Auflage soll durch den Einsatz größerer Distributionsboxen sowie durch eine Ausweitung der Standorte für die Boxen vertrieben werden.

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