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13. Mai 2003 | Allgemeines

Regionalzeitungen brauchen Kooperation

Stefan von Holtzbrinck und Bodo Hombach fordern Streichung der Pressefusionskontrolle

Das Kartellgesetz von 1979 sollte die Pressevielfalt erhalten – heute bewirkt es das genaue Gegenteil; es behindert die lebensnotwendige Kooperation der Regionalzeitungen. Diese Auffassung vertrat Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAN-Gruppe in Essen, anlässlich der ITZ-Tagung „Vision Zeitung“ am 28. April 2003 in Duisburg.

Der kartellrechtlichen Sonderbehandlung von Zeitungen liegt, wie Bodo Hombach weiter ausführte, das Vorurteil zugrunde, dass die Inhalte bestimmt, wer die Produktionsmittel besitze. Solche Auffassungen seien überholt. Die Politik sollte, forderte der Verlagsmanager, gleiches Recht für alle schaffen und nicht, wie jetzt in Berlin beim Fall „Tagesspiegel“ und „Berliner Zeitung“, mit dem Instrument der Ministererlaubnis operieren.

 

Stefan von Holtzbrinck und Bodo Hombach hatten anlässlich der Tagung in Duisburg über die Zukunftsperspektiven der Regionalzeitungen im Zeichen der gegenwärtigen Krise gesprochen. Beide plädierten dafür, Innovationen für eine lesernahe Zeitung in die Wege zu leiten und insbesondere stärker um den jugendlichen Lesernachwuchs zu werben. Gleichzeitig betonten beide aber auch, dass das Medium Zeitung angesichts seiner außerordentlich starken Stellung im Leser- wie im Werbemarkt trotz der aktuellen Einbrüche nicht „schlechtgeschrieben“ werde dürfe.

 

Heinrich Meyer, Herausgeber der „Neuen Ruhr Zeitung/Neuen Rhein Zeitung“ in Essen, bezeichnete die Konzentration auf das Kerngeschäft und die Nutzung aller Medienverbundmöglichkeiten, um den Leser zu erreichen, als zentrale Aspekte auf dem Weg zum Erfolg. Es gebe sinnvolle Ansätze, das Kerngeschäft Zeitung über neue Geschäftsfelder weiter zu entwickeln. Dabei werde es auch zu einer leichten Veränderung des Kerngeschäfts selbst kommen: mehr inhaltsorientiert, weniger produktorientiert. Die Frage, ob Zeitungen im Jahr 2010 noch unverzichtbar sein werden, beantwortete Meyer mit einem eindeutigen „ja“. Er sei davon überzeugt, dass die besonderen Stärken des Produkts, das sich in der Vergangenheit gegen alle neue Konkurrenten auf dem Medienmarkt behauptet habe, auch Wirkung entfalten würden. Dabei werde die Zeitung von der Nutzungsdauer her, prognostizierte Meyer, ihre Position in etwa behaupten. Durch intelligente Kombination von Print und Online müsse es ferner den Zeitungen gelingen, an dem Aufmerksamkeitszuwachs des Internets zu partizipieren.

 

Die Tageszeitungen seien mit Schuld an ihrer wirtschaftlichen Krise. Das sagte Volker Jeuther, Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover. In guten Jahren hätten es Verleger versäumt, sich strukturell auf die Zukunft vorzubereiten. Nun, in der Krise, fehlten Mittel für nötige Investitionen. So sei ein „Teufelskreis in die Insolvenz“ entstanden. Jeuther prognostizierte auch für 2003 ein „schlimmes Jahr“ für die Branche. Die Tageszeitungen könnten nur durch lesernahe Konzepte und einen marktorientierten Ausbau ihres Angebots ihre Zukunft sichern. Denn die Zahl der Leser von Tageszeitungen werde aktuellen Studien zufolge bis 2010 um rund 2,5 Millionen Menschen abnehmen. Die Zukunft der Zeitungen müsse daher in der momentanen Krise gestaltet werden, forderte Jeuther weiter.

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