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29. April 2002 | Allgemeines

Qualitätsdebatte weiter vorantreiben

BDZV-Präsident Heinen beim DJV-Kongress in Würzburg

Die Ansichten über das, was Qualität an Tageszeitungen ausmacht, liegen zwischen Verlegern und Journalisten gar nicht so weit auseinander, wie oft unterstellt wird. Beifall bekam BDZV-Präsident Helmut Heinen beim DJV-Kongress am 21. April 2002 in Würzburg für seine Aussage, dass „redaktionelle Beiträge und Werbung auch unter dem steigenden Druck von außen weiterhin sauber getrennt werden müssen“.

Weiter erklärte der BDZV-Präsident im Streitgespräch mit dem DJV-Bundesvorsitzenden Rolf Lautenbach, dass „wir alle“ Qualität für wünschenswert halten. Redaktionsstatute lehnte der BDZV-Präsident dagegen nachdrücklich weiterhin ab, „weil es keinen Sinn macht, unternehmerische Entscheidungen vom Redaktionsalltag abzukoppeln“.

 

Der DJV-Vorsitzende Lautenbach hob die Wichtigkeit der sozialen Sicherheit für Redakteure als unabdingbare Voraussetzung für qualitativ hochwertigen Journalismus und damit für die Pressefreiheit hervor.

 

Zuvor hatte Professor Siegfried Weischenberg von der Universität Hamburg in einem Vortrag zur Zukunft der Zeitung darauf hingewiesen, dass alle Medien und alle Programmbereiche ein Problem gemeinsam hätten, nämlich die Unsicherheit über die Maßstäbe für Qualität in einer Zeit, wo Quote und Reichweite alles zu sein schienen. Das Problem verschärfe sich durch Ungewissheit, wie sich der Journalismus im Online-Zeitalter entwickeln werde. Weischenberg prognostizierte einen Rollenwechsel der Journalistinnen und Journalisten als naheliegend. Sie seien nicht länger „Gate-Keeper, also Wärter an den Schleusen des Informationsstroms, sondern Mediatoren, die dem von der Informationsflut überspülten Publikum hilfreich zur Seite stehen“. Im Übrigen drohe den Tageszeitungen publizistisch wie ökonomisch über kurz oder lang die größte Gefahr aus dem Online-Bereich. Dies betreffe aber in erster Linie das Produkt Tageszeitung sowie die Rolle des Tageszeitungsredakteurs und nicht das Presseunternehmen selbst, das in den meisten Fällen längst im Online-Bereich tätig sei.

 

Professor Walter Hömberg von der katholischen Universität Eichstätt machte fünf besonders wichtige gesellschaftliche „Megatrends“ aus: Globalisierung, Individualisierung, Virtualisierung, Fragmentierung und Beschleunigung. Daneben seien spezielle Medientrends zu beobachten. Neben der Digitalisierung bestimme, meinte Hömberg, das ökonomische Kalkül in vielen Medien das publizistische Angebot. Darüber hinaus habe die „Entertainisierung“ zu Mischformen im Journalismus wie Infotainment, Servotainment und Edutainment geführt. Angesichts der Individualisierung und Fragmentierung der Gesellschaft werde die Ratgeberfunktion der Medien immer wichtiger. Leser, Hörer und Zuschauer erwarteten eine Orientierung in der Angebotsfülle von Waren, Dienstleistungen und Lebenszieloptionen.

 

Internet: www.djv.de

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