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23. September 1999 | Allgemeines

Presse-Grosso "gut gerüstet"

Branchenumsatz 1998 stieg um 0,61 Prozent

Die Deutschen Printmedien werden sich trotz immer härter werdender Konkurrenz durch virtuelle Medien weiter gut am Markt behaupten können. Diese übereinstimmende Auffassung vertraten die Chefs der Verlagshäuser Axel Springer, Burda und Gruner + Jahr anlässlich der Jahrestagung des Presses-Grosso am 15. September 1999 in Baden-Baden.

Trotz guter Perspektiven gäbe es jedoch keine Dauergarantie. Am Ende werde sich nur die Spitzenleistung wirklich durchsetzen. "Mit links lässt sich nichts mehr machen", meinte der Vorstandsvorsitzende des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr, Gerd Schulte-Hillen bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Was erwartet den Vertriebsmarkt im dritten Jahrtausend?". Aus Sicht des BDZV-Präsidiumsmitglieds und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer Verlag AG, Hamburg/Berlin, Claus Larass, werden trotz des anhaltenden Trends zu Spezialtiteln die allgemein interessierenden Publikationen nichts an ihrer Bedeutung verlieren. Wichtiger als je zuvor sei jedoch die Aktualität. Auch wenn ein Großereignis um 4:00 Uhr morgens nicht eine Stunde später in der Zeitung stehen könne, müsse, was nachmittags und abends passiere, am nächsten Morgen im jeweiligen Blatt nachzulesen sein. Dies gelte auch für den Bericht über ein Fußball-Europapokalspiel.

Der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, Dr. Hubert Burda, bewertete die deutsche Zeitschriftenlandschaft als "vital und innovativ". Bei der Herstellung neuer Produkte solle man allerdings versuchen, "auch vom Leser her zu denken und nicht ausschließlich vom Marketing", betonte Burda. Auch für Verlage gebe es keinen "Risikoausschluss". Wer nichts wage "und nur Teflon-Manager ist, bei dem nichts hängen bleibt", der solle sich lieber eine andere Betätigung suchen.

4,2 Milliarden Publikationen

Der Presse-Großhandel sieht sich trotz eines drohenden Renditeeinbruchs für das neue Jahrhundert gut gerüstet. "Eine im ersten Halbjahr weiter steigende Titelflut, ein Umsatzrückgang von knapp einem Prozent und weitere Händlerspannen-Kürzungen durch Großverlage werden uns am Jahresende leider nur ein durchwachsendes Geschäft bescheren", erklärte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftengrossisten (Presse-Grosso), Dr. Eberhard Nolte, im Vorfeld der Jahrestagung am 13. September 1999 in Baden-Baden. Zugleich zeigte sich Nolte jedoch optimistisch, dass man "dank eines exzellenten Rundum-Serviceangebotes" die anstehenden Aufgaben meistern werde.

Der Gesamtumsatz der derzeit 92 Grosso-Firmen zählenden Branche hat im ersten Halbjahr 1999 um 0,91 Prozent abgenommen; 1998 hatte der Branchenumsatz noch um 0,61 Prozent (1997: 0,18 Prozent) auf 6,149 Millionen Mark zulegen können. Davon entfielen 5,272 Milliarden Mark auf den Presse-Grosso West. Der Einzelhandel in den alten und neuen Bundesländern setzte im abgelaufenen Jahr insgesamt 8,223 Milliarden Mark zu Copy-Preisen (Endverbraucherpreise inklusive Mehrwertsteuer) um. In den alten Bundesländern betrug der Umsatz mehr als sieben Milliarden Mark.

1998 wurden nach Verbandsangaben insgesamt über 4,2 Milliarden Publikationen verkauft, das sind 1,63 Prozent weniger als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 1999 sank die Zahl der verkauften Zeitungen und Zeitschriften im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum bundesweit um 3,75 Prozent. Der Bundesverband Presse-Grosso beliefert und 120.000 Verkaufsstellen, deren Bandbreite vom klassischen Kiosk über das Kaufhaus bis hin zur Tankstelle reicht. Er betreut ein Order-Sortiment von etwa 3.700 Titeln. Trotz einer nach wie vor hohen Zahl von jährlich rund 400 neuen Titeln und der gleichzeitig rückläufigen Absatzentwicklung sei der Anteil der vom Einzelhandel unverkauft zurückgegebenen Exemplare (Remissionsquote) weiter "auf niedrigem Niveau gehalten worden", führte Nolte aus. Sie habe sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bei 31, 9 Prozent (1998: 31,2 Prozent) stabilisiert. Ferner berichtete der Verband, dass sich an dem seit 1996 aufgebauten Netzwerk eines elektronischen Geschäftsdatenaustauschs bislang 2.180 Einzelhändler beteiligten. Dabei erhielten die 92 Grossisten für exakte Verkaufsprognosen tagesaktuelle Daten über Verkauf und "Ladenhüter". Dies führe nicht nur zu Einsparungen von Remittenden, sondern Verhindere auch den Ausverkauf bestimmter Produkte. Bis zum Jahr 2005 hofft der Presse-Grosso auf rund 10.000 teilnehmende Einzelhändler.

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