Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

01. April 2009 | Allgemeines

Mehr Beschwerden wegen frauenfeindlicher Werbung

Werberat richtet Vorkontrolle ein

Die Beschwerden aus der Bevölkerung wegen frauenfeindlicher Werbung haben zugenommen. Das berichtete der Deutsche Werberat anlässlich seiner Jahrespressekonferenz am 24. März 2009 in Berlin. Der Vorwurf der Frauendiskriminierung war 2008 bei 42 Prozent aller Proteste im Spiel, im Vorjahr waren es 33 Prozent. Die Entgleisungen seien überwiegend von kleineren Firmen verübt worden, berichtete der Vorsitzende der Organisation, Hans-Henning Wiegmann. Beispielsweise hatte ein Fleischwaren-Frischdienst auf seinen Lastwagen mit einer nackten Frau geworben, die auf dem Arm eine Art Trichinenstempel trug und den Text „kontrollierte Qualität“.

Sechs Mal musste der Werberat eine Öffentli­che Rüge aussprechen, unter anderem für Ah­nenforschungsangebote im Internet, die mit dem Bild Adolf Hitlers warben und fragten: Mit wem bist du verwandt? Oder auch gegen einen Disko­Veranstalter in Ostdeutschland, der auf Plakaten nach dem „Arsch der Welt“ suchte. Beim Werbe­rat kann sich jedermann über Reklame beschwe­ren. Krite­rien sind zum Beispiel Gewaltverherrli­chung und Gefährdung von Kindern. In 88 Fällen (2007: 81) teilte die Selbstkontrollorganisation im vergange­nen Jahr die Kritik der Bürger und be­anstandete sie bei den Firmen. Die meisten Un­ternehmen änderten ihre Kampagnen oder zogen sie zurück (Durchsetzungsquote: 93 Prozent). Sechs Öffent­lichen Rügen gab es für Firmen, die sich (zu­nächst) weigerten, ihre Motive zu korrigie­ren. Für Kritik an politischer Werbung ist der Werberat ausdrücklich nicht zuständig.

In die Rubrik „Frauendiskriminierung“ fielen 110 von 264 Protesten. Unklar sei, betonte Wieg­mann, ob tatsächlich mehr frauenfeindliche Mo­tive eingesetzt wurden oder ob das Bewusstsein für den Verstoß gewachsen sei. Der Werberats­vorsitzende kündigte an, energisch dem Trend entgegenzusteuern, auch wenn sich die Verfeh­lungen „meist am Rand des Werbegeschehens im lokalen Raum“ abspielten. Ferner kündigte Wiegmann an, dass produzierende Unterneh­men, Handel und andere Branchen des Dienst­leis­tungssektors ab Mai 2009 ihre Werbung vor Ver­öffentlichung in den Medien vom Zentralver­band der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) auf ihre Vereinbarkeit mit selbstdisziplinierenden Re­geln und Rechtsvorschriften prüfen lassen kön­nen. Das Angebot der Wirtschaft „soll dazu bei­tragen, Bürger vor Entgleisungen der Wirt­schaftswerbung und Firmen vor teuren Image­schäden zu bewah­ren“.

Gerade erschienen ist das Jahrbuch des Deut­schen Werberats 2009. Die 85 Seiten starke Bro­schüre mit den wichtigsten Daten und Fakten listet auch eine Zahl umstrittener Werbekampag­nen beispielhaft auf. Sie kann zum Preis von fünf Euro (Studenten 2,50 Euro) zuzüglich Versand­kosten bezogen werden über: Verlag Edition ZAW, Fax 030/590099722, E-Mail zaw(at)zaw.de.

zurück