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22. August 2000 | Allgemeines

Keine Einigung über neuen Tarifvertrag

Verleger lehnen verbindliche Regelungen zur Altersteilzeit ab

Mit Unverständnis und Enttäuschung hat der BDZV am 17. August 2000 in Hamburg auf das vorläufige Scheitern der Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen reagiert. Es sei nicht nachzuvollziehen, erklärten die Zeitungsverleger, dass der Deutsche Journalisten-Verband und die IG Medien auf einen tariflichen Anspruch auf Altersteilzeit für Redakteure beharrten.

Eine Vergleichbarkeit mit den bisher erfolgten Abschlüssen in der Druckindustrie und bei den Verlagsangestellten, machte der BDZV deutlich, sei nicht gegeben, schon weil die Kriterien ständige "Nacht- oder Schichtarbeit" nicht zuträfen. Auch handle es sich bei Redakteuren um hochqualifizierte Kräfte, die in anderen Tarifwerken ebenfalls von Regelungen zur Altersteilzeit ausgenommen blieben. Vor diesem Hintergrund sei es ausgeschlossen, eine derartige verbindliche Regelung für alle Zeitungsverlage in Deutschland abzuschließen. Gleichwohl bleibe es den einzelnen Unternehmen selbstverständlich unbenommen, dort, wo es geboten erscheine, Individualverträge oder Betriebsvereinbarungen zur Altersteilzeit zu treffen. Im Übrigen habe der BDZV Gespräche darüber angeboten, wie die hier auftretenden speziellen Probleme - zum Beispiel im Hinblick auf die Ansprüche der Redakteure aus dem Presseversorgungswerk - geregelt werden könnten.

Die Kritik an dem Wunsch der ostdeutschen Verlage nach einem eigenständigen Tarifvertrag wies der BDZV energisch zurück. Mit ihrer Weigerung, für die Verlage in den neuen Bundesländern Sonderregelungen zu treffen, die den dortigen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragen, hätten die Gewerkschaften den betroffenen Unternehmen keinen anderen Weg gelassen.

Aufgrund der starren Haltung der Gewerkschaften zum Altersteilzeit-Tarifvertrag konnte über den linearen Erhöhungssatz nicht im Einzelnen verhandelt werden.

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